Trotz vieler Stammgäste muss Familie Nowakowski den Betrieb der Traditionsgaststätte aufgeben.

Trotz vieler Stammgäste muss Familie Nowakowski den Betrieb der Traditionsgaststätte aufgeben.
Peter Nowakowski ist ein Urgestein der Gladbacher Gastronomie.

Peter Nowakowski ist ein Urgestein der Gladbacher Gastronomie.

Das Ehepaar Peter und Uschi Nowakowski steckten viel Geld und Energie in die Sanierung der in den 50er Jahren erbauten Gaststätte.

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Peter Nowakowski ist ein Urgestein der Gladbacher Gastronomie.

Er gehört zu den Urgesteinen in der Mönchengladbacher Gastronomie. Fast vier Jahrzehnte hat Peter Nowakowski Gäste bewirtet: Anfang der 80er-Jahre im Rheydter Ratskeller, dann im Gasthaus am Schmölderpark. 1988 kaufte er das Lokal in idyllischer Traumlage auf Erbpachtbasis von der Stadt. Da war schon klar, dass an dem Altbau aus den 1950er-Jahren einiges getan werden musste: Dachsanierung, Isolierungen, Doppelverglasungen, Heizung. „Und dann standen da noch mitten in der Gaststätte drei Gasöfen“, berichtet der 61-Jährige. Das Ehepaar Peter und Uschi Nowakowski wusste, dass es viel investieren muss. „Aber wir waren jung und voller Elan“, berichtet der Gastronom. Also steckten die beiden ihre ganze Energie in das Restaurant. Urlaub? „Den letzten haben wir vor 24 Jahren gemacht“, sagt er.

„Drei dickere Reparaturen haben uns dann komplett die Füße weggezogen.“

Peter Nowakowski, Inhaber des Gasthauses am Schmölderpark

Doch alle Anstrengungen haben nicht geholfen. Nach 30 Jahren im Gasthaus am Schmölderpark muss das Ehepaar aufgeben. In dieser Woche wurde für die Betreibergesellschaft Insolvenz angemeldet. Dabei hatte das Haus viele Gäste. Sie feierten dort ihre Familienfeste. Das Essen wurde geschätzt, die Livemusik, die dort regelmäßig angeboten wurde, auch. Zum Public Viewing kamen so viele Menschen, dass die Stühle des Lokals nicht ausreichten. „Manche haben einfach ihre Klappstühle mitgebracht“, sagt Nowakowski.

Der 61-Jährige, der auch Lehrlinge ausbildete, und seine Frau versuchten immer wieder Wege zu finden, um nicht weiter in die finanzielle Schräglage zu gleiten. Im vergangenen Sommer investierten sie noch in den Biergarten. Sie öffneten sieben Tage die Woche, suchten nach neuen Ideen.

Eigentlich hätte das Ehepaar längst die alten Sanitäranlagen sanieren lassen wollen, doch neue, kurzfristige Kredite, die Produktbindungen mit sich brachten, wurden für den laufenden Betrieb gebraucht. Die Roherträge gingen immer weiter nach unten, obwohl das Restaurant von der Gästezahl gut ausgelastet war. „Drei dickere Reparaturen haben uns dann komplett die Füße weggezogen“, sagt Nowakowski.

Gastwirt hofft auf einen Nachfolger, der den Betrieb wieder aufnimmt

Nun sollen Gespräche mit möglichen Investoren geführt werden. Denn der Gastwirt aus Leidenschaft möchte, dass der Betrieb im Schmölderpark weitergeht. „Bevor ich das Gasthaus übernommen habe, hatte es drei Jahre leer gestanden. Das hatte viele dunkle Gestalten angelockt. Für Anwohner war das überhaupt nicht schön“, sagt Peter Nowakowski. Sein Rechtsbeistand, Dieter Breymann, der auch Kommunalpolitiker ist, hofft ebenfalls, dass schnell ein geeigneter Nachfolger gefunden wird: „Sonst wird der Schmölderpark wahrscheinlich als Problemfall regelmäßig ein Thema in der Bezirksvertretung und auch im Rat. Eine Ruine als Eingang zum Schmölderpark – das ist das Schlechteste, was man sich vorstellen kann.“

Peter Nowakowski und seine Frau Uschi bedanken sich für die Treue ihrer Gäste. Für viele haben sie Hochzeiten, Taufen, Geburtstage und andere Feste ausgerichtet. „Viele Gäste sind für uns ein Teil der Familie geworden“, sagt der Gastronom. Das sei unvergesslich.

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