Freunde der Bühnen haben die Nase voll, planen Aktionen. Das Büro von CDU-Politiker Rolf Besten sorgt sich um die Theater-Energie.

Verärgerte Bürger hatten in der Vergangenheit vor dem Rathaus Rheydt demonstriert. Eine „Bürgeraktion“ will den Druck nun erhöhen.
Verärgerte Bürger hatten in der Vergangenheit vor dem Rathaus Rheydt demonstriert. Eine „Bürgeraktion“ will den Druck nun erhöhen.

Verärgerte Bürger hatten in der Vergangenheit vor dem Rathaus Rheydt demonstriert. Eine „Bürgeraktion“ will den Druck nun erhöhen.

Knappe

Verärgerte Bürger hatten in der Vergangenheit vor dem Rathaus Rheydt demonstriert. Eine „Bürgeraktion“ will den Druck nun erhöhen.

Mönchengladbach. Die Theaterfreunde werden laut. Am Donnerstag will die frisch gegründete "Bürgeraktion Theater: Ja!" ihre Anliegen der Presse vorstellen. Hier engagieren sich Mitglieder des Vereins Freunde des Theaters in Mönchengladbach und der Gesellschaft für Ballett und Tanz.

"Auch der Stadtkulturbund ist jetzt mit im Boot", sagt Professor Dr. Hans Dieter Jakubowski, der Sprecher der Aktion.

Als Erstes organisiert die Bürgeraktion für den 4.Februar eine Demonstration vom Theater in Rheydt zum Rathaus in Rheydt, wo an diesem Tag der Stadtrat tagt und die Weichen für die Zukunft des Theaters stellen wird.

Jakubowski, Ex-Chef der Chirurgischen Klinik am Elisabeth-Krankenhaus, sagt: "Ich ärgere mich über die Diskussion." Kosten der Kultur dürften nicht gegen die sozialer Belange aufgerechnet werden. "Ein Drittel der Theaterbesucher sind Kinder und Jugendliche."

"Warum stellen wir Weichen, damit die Menschen länger leben, wenn das Leben keinen Spaß macht?"

Hans Dieter Jakubowski

Für viele ältere Menschen, die das Theater besuchten, kämen Wege nach Düsseldorf oder Köln nicht in Frage, weil sie altersbedingt nicht mehr so mobil seien.

"Warum stellen wir gesellschaftspolitisch Weichen, damit die Menschen länger leben, wenn das Leben dann keinen Spaß macht?" Und: "Ein Leben ohne Kultur ist unmenschlich."

CDU und FDP in Gladbach und Krefeld sind sich zwar mittlerweile einig, dass nun doch der durch erhöhte Tarife notwendig gewordene Nachtragshaushalt für die laufende Saison 2008/2009 gewährt wird (rund 490000 Euro).

Aber die für die Saison 2009/2010 zusätzlich benötigten 600000 Euro soll es nicht geben. Darauf einigte man sich am Dienstag (die WZ berichtete). Stattdessen will man an "Stellschrauben" bei Einnahmen und Ausgaben drehen und sparen. Konkrete Vorschläge will man in der kommenden Woche benennen.

Vom Theater wird die Entscheidung als "gute Nachricht mit fadem Beigeschmack" bezeichnet. Für Generalintendant Jens Pesel gelte nach wie vor, "dass alle vertretbaren Sparpotenziale innerhalb des Theaters ausgeschöpft sind".

Ob beispielsweise die Städte bzw. deren Töchter dem Theater die Jahresmieten für Säle, Werkstattgebäude u.ä. von gut 700000 Euro erlassen werden, bleibe abzuwarten.

Pesel bleibt dabei, dass "Grundlage für eine seriöse Diskussion der vom Theater vorgelegte Haushaltsentwurf sein müsse". Ohne die zusätzlichen 600000 Euro sei aufgrund bestehender Fixkosten lediglich ein Rumpfprogramm möglich.

Theater-Sanierung wird teurer als erwartet

Während über die Zukunftsfähigkeit des Theaters diskutiert wird, befasst sich der Hauptausschuss mit der Sanierung des Theaterkomplexes, Odenkirchener Straße.

Hier steht bekanntlich ab Mitte 2009 eine gründliche Sanierung, Kosten 6,5 Millionen Euro, an. Davon fallen 3,2 Millionen Euro auf den vorbeugenden Brandschutz.

Bei den 6,5 Millionen Euro wird es nicht bleiben. Weil man bei der Energieeinsparung - ob Gas oder Strom - viel tun will, sind weitere 1,243 Millionen Euro fällig, sagt Stadt-Finanzchef Bernd Kuckels (FDP).

Pikant an der ganzen Sache: Das Ingenieurbüro des CDU-Fraktionschefs Rolf Besten stellte das Gutachten über energetische Einsparmöglichkeiten zusammen. Gegen ein sattes Honorar.

Ob neue Brennwertkesselanlage oder "präsenz-gesteuerte Lichttechnik" (eine Art Bewegungsmelder) - jährlich sollen so 171000 Euro Energiekosten gespart werden. Besten erklärte sich bei der "Energiedebatte" befangen.

Die Bündnis-Grünen fordern ein eigenes Blockheizkraftwerk fürs Theater. Bei der Komplettsanierung würden Bedürfnisse der Theatermacher nicht berücksichtigt.

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