Der Verein „Freifunk“ will ein Netz für die ganze Stadt.

Auf der Straße mal eben die E-Mails checken, gucken, wann die nächste Bahn kommt oder ob es am Nachmittag regnen soll: Wer von unterwegs aus im Internet surfen möchte, zahlt dafür in der Regel den Preis, den sein Mobilfunkanbieter festgelegt hat. Die Köpfe hinter der Initiative „Freifunk Ruhrgebiet“ finden, dass das auch anders gehen sollte. Sie sind schon in vielen Städten in Deutschland aktiv und möchten auch in Mönchengladbach ein Bürgernetz aufbauen, mit dessen Hilfe es bald überall in der Stadt kostenloses WLAN geben soll. „Bislang werden wir von etwa 20 Leuten in Gladbach unterstützt, zehn Router liefern kostenfreies W-Lan“, sagt Reiner Gutowski von Freifunk Mönchengladbach. Er ist sich sicher, da geht noch einiges mehr: „Unser Ziel ist es, bald mindestens 300, vielleicht 400 Router in Mönchengladbach in Betrieb zu nehmen“, sagt er.

Für nur 25 Euro kann jeder bei Freifunk mitmachen

Im Grunde kann jeder bei Freifunk mitmachen: Zunächst muss zusätzlich zu dem Router, den die Telefongesellschaft für den privaten Telefonanschluss zur Verfügung gestellt hat, ein zweiter Router gekauft werden. „Die Geräte, die wir empfehlen, kosten zwischen 18 und 25 Euro, und natürlich beraten wir unsere Mitstreiter beim Kauf“, sagt Gutowski. Auf den Router muss dann eine bestimmte Firmware aufgespielt werden. Auch dabei hilft die Freifunk-Community. Zum Schluss werden der neue Router und der Router der Telefongesellschaft miteinander verbunden. „Und das war’s - schon sind Sie Teil des Freifunk-Netzes“, sagt Gutowski.

Wer unterwegs an einem Haushalt mit einem Freifunk-Router vorbei kommt, kann dort mit seinem Smartphone oder Tablet das kostenfreie WLAN-Signal empfangen. Bislang trifft man in Gladbach allerdings nicht gerade an jeder Ecke auf ein Freifunk-Signal, dazu sind noch zu wenige Router aktiv. Eine interaktive Karte auf der Internetseite von Freifunk Mönchengladbach zeigt, wo sie stehen. „Wir basteln aber auch gerade an einer App, die die Standorte unserer Router anzeigen soll“, sagt Gutowski.

Das WLAN, das die Freifunk-Community zur Verfügung stellt, ist nicht nur kostenlos, sondern auch vollkommen frei zugänglich. Anders als zum Beispiel bei den Hotspots der Telekom, die diese an Bahnhöfen oder bei McDonalds zur Verfügung stellt, müssen sich Nutzer bei Freifunk kein Passwort schicken lassen, bevor sie im Internet surfen können. Doch spätestens mit dem fehlenden Passwort-Schutz kommt die Frage nach der Rechtssicherheit.

Die Mitglieder haften nicht bei Missbrauch, sagt der Verein

„Unsere Mitglieder haften nicht, wenn ein anonymer Nutzer über das Freifunk-WLAN zum Beispiel illegal Musik oder Filme aus dem Internet herunterlädt“, beruhigt Gutowski. Auch sei es nicht möglich, von außen zum Beispiel Kreditkarten-Daten der Freifunk-Mitglieder auszuspionieren. Der öffentliche Internetanschluss habe nichts mit dem privaten zu tun, so Gutowski. „Von demjenigen, der als Freifunk-Mitglied kostenloses WLAN anbietet, sind keine Daten sichtbar.“ Sichtbar dagegen ist die Freifunk-Community als Betreiber – und ist damit auch der Verantwortliche, wenn es um rechtliche Fragen geht.

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