Möglichst viele Einbahnstraßen sollen für Radler in beide Richtungen freigegeben werden, schlägt die CDU vor.

Diskussion
Der Radweg an der Kreuzung Regentenstraße/Bismarckstraße: Dort dürfen Radler gegen die Einbahnstraße fahren.

Der Radweg an der Kreuzung Regentenstraße/Bismarckstraße: Dort dürfen Radler gegen die Einbahnstraße fahren.

Jörg Knappe

Der Radweg an der Kreuzung Regentenstraße/Bismarckstraße: Dort dürfen Radler gegen die Einbahnstraße fahren.

Mönchengladbach. Der „ADFC Fahrradklima-Test“ bestätigte, was die Radfahrer Mönchengladbachs schon lange wissen: Die Stadt ist kein gutes Pflaster sie. Ein geschlossenes Radwegenetz gibt es nicht, mancher Radweg endet, wie an der Gartenstraße, im Nichts oder der Radler wird unvermittelt auf die Straße gelenkt.

Um die Stadt zumindest ein wenig attraktiver für die unmotorisierten Verkehrsteilnehmer auf zwei Rädern zu machen, plant die Mönchengladbacher CDU, in der nächsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses am 26. Februar einen Antrag einzubringen.

„Wenn die Neuregelung Sinn macht, sollte die Verwaltung den Antrag wohlwollend prüfen.“

Karl Sasserath, Grüne

Dieser sieht vor, dass „alle Straßen im Stadtgebiet, in denen die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern gilt, für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet werden sollen.“ Ein Vorstoß, der von der Ampel-Koalition mit Wohlwollen aufgenommen wird, einzig die FDP äußerte sich nicht zum Vorschlag der Opposition. Man wolle den Antrag erst intern beraten.

Lothar Beine (SPD) hält die Neuregelung für sinnvoll, weist aber auch darauf hin, dass die Radfahrer einige Einbahnstraßen in der Stadt bereits, wie von der CDU vorgeschlagen, nutzen können. Das wissen auch die Christdemokraten und verweisen auf die praktizierte Radregelung auf dem oberen Teil der Regentenstraße.

Regentenstraße bereits frei: Es gibt Gefahrenpotenzial

Thomas Casteel, Inhaber der gleichnamigen Galerie an der Regentenstraße, beobachtet jedoch die Situation an ebenjener Stelle vor seinem Geschäft mit kritischem Blick. Die Radfahrer würden auf der abschüssigen Straße bis zu 40 Stundenkilometer schnell werden. „Da ist vorprogrammiert, dass mal etwas passiert“, sagt der Galerist.

60 Einbahnstraßen mit Tempo 30 kommen für die Neuregelung in Frage. Diese müssen ausreichend breit sein, damit sich Auto- und Radfahrer nicht behindern.

Der ADAC spricht sich für eine Prüfung der Straßen aus. „Sonst wird ein Gefahrenpotenzial künstlich geschaffen“, sagt ADAC-Sprecherin Jacqueline Grünewald.

Auch die CDU möchte die Neuregelung nur dort, wo sie die Verkehrssicherheit nicht gefährdet.

Situationen wie diese sind es, wegen derer Karl Sasserath von den Grünen einen so genannten städtischen Mobilitäts-Beauftragten fordert. Der könne Gefahrenpotenziale erkennen. Vor allem aber: „Der Mobilitäts-Beauftragte kann zudem einen Radwegenetzplan in Auftrag geben“, erklärt der Bezirksvorsteher.

Es gibt keine Pläne für ein geschlossenes Radwegenetz

Denn nicht nur gibt es im Stadtgebiet kein geschlossenes Radwegenetz, aktuelle Pläne liegen ebenfalls nicht vor. Wie viele Kilometer Radweg es im Stadtgebiet überhaupt sind, über diese Zahlen verfügt selbst die Stadt nicht. Daher lautet Sasseraths Empfehlung: „Wenn die Neuregelung im Rahmen eines Radwegenetzes Sinn macht, sollte die Verwaltung den Antrag wohlwollend prüfen.“

Ähnlich sieht das Bernhard Cremer, Stadtverbandschef des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs“ (ADFC). Er begrüße zwar den Vorschlag der CDU, gleichwohl käme der Antrag zu spät. „Als man die politische Verantwortung hatte, hätte man die Verkehrspolitik entsprechend gestalten können.“, sagt Cremer.

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