Nur 41 Bürger folgten dem Aufruf nach Sparvorschlägen im Stadtetat.

Mönchengladbach. Als Stadtkämmerer Bernd Kuckels (FDP) Ende April die tiefroten städtischen Haushalte für 2010 und 2011 präsentierte, hatte er auch eine Bitte an die Gladbacher: "Sagen sie uns, wo wir weiter sparen können", sagte der Liberale sinngemäß.

Seit seinem Spar-Appell sind Monate vergangen, und die Reaktion unter den Mönchengladbachern ist mager. Bis Mitte Juli meldeten sich bei der Stadt lediglich 41 Leute mit Rotstift-Vorschlägen. Mal per E-Mail an hsk@moenchengladbach.de, mal per Brief.

Neun der 41 sind "brauchbare Tipps"

Neun von ihnen scheinen "brauchbare Tipps" zu sein, die übrigen wohl nicht. Was die Sparer im Einzelnen vorschlagen und ob sie eine Chance haben, auf die ohnehin schon lange städtische Streichliste zu kommen, dazu sagt Kuckels noch nichts.

Dieses "Sparbuch" zum "Haushaltssicherungskonzept" (HSK) legte Kuckels gleich mit zu den beiden Stadtetats, die Westdeutsche Zeitung berichtete. Ob höhere Hundesteuer (36 Euro mehr pro Jahr für ein Tier), Abgabe der Jugendverkehrsschule, der Verkauf von nicht mehr benötigten Schulgebäuden, gestiegene Eintrittspreise bei Museen bei weniger Öffnungszeiten - das HSK-Sparpapier mit rund 180 Vorschlägen (ohne die neun aus der Bürgerschaft) ist angesichts der katastrophalen Finanzlage der Kommune für nicht wenige Gladbacher vor allem grausam. Und es geht im Wesentlichen auf Vorschläge der Stadtspitze um Oberbürgermeister Norbert Bude (SPD) zurück.

Millionen-Beträge fehlen - die "Ampel" wird sich nicht einig

Die Ampel-Koalitionäre haben über das Sparpaket mehrfach beraten, auch in den Ferien. Einigkeit haben sie bislang in allen Punkten keineswegs erzielt.

Im September sollen die dicken Zahlen-Haushalte politisch beraten werden. Im Haushalt 2010 fehlen mehr als 173 Millionen Euro, im 2011er rund 171 Millionen Euro.

Nicht vom Tisch ist die Schließung städtischer Parks ab 2013 oder der Verzicht auf Sparten des Gemeinschaftstheaters mit Krefeld.

Auch am Montag saßen die rot-gelb-grünen Koalitionäre wieder zusammen. Worum es ging? Ums Geld, worum sonst.

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