Die Stadt will ein neues Rathaus bauen. Bis es – vermutlich in Rheydt – steht, werden noch einige Jahre ins Land gehen. Die Planer arbeiten aber bereits daran, weil sie die auf mehr als 20 Standorte verteilte Verwaltung auf nur wenige konzentrieren wollen. Doch wie groß wird ein Rathaus der Zukunft sein? Wie viele Mitarbeiter wird die Stadt Mitte des nächsten Jahrzehnts beschäftigen? Braucht ein jeder von ihnen einen Schreibtisch oder können Arbeitsabläufe so digitalisiert werden, dass die Bürger bei Anliegen das Rathaus nicht mehr ansteuern müssen?

Diese Fragen spielen in allen Planungen eine Rolle. Die FDP befürchtet, dass die Verwaltung nicht rechtzeitig die Weichen stellt, weil sie kein oder nur ein unzureichendes Konzept zur Digitalisierung hat. Im Hauptausschusses hat sie einen Digitalisierungsbericht nach der Sommerpause gefordert, fand aber keine Mehrheit. „Die FDP wird ihn wieder zum Thema in der Ratssitzung machen. Wir haben die Befürchtung, dass die Stadtspitze gar nicht weiß, wie viel Arbeit und Aufwand damit verbunden ist. Ein PDF-Formular ist noch lange keine Digitalisierung. Die Stadt braucht eine Strategie“, so Ratsherr Reiner Gutowski.

Fraktionschefin Nicole Finger erinnert daran, dass es bereits zwei Ratsbeschlüsse gibt, die in die Richtung gewiesen haben. „2015 haben CDU und SPD gefordert, dass die Verwaltung eine Strategie zur Stärkung der digitalen Stadtverwaltung erarbeitet. Aus dem Vorjahr stammt der Beschluss, ein strategisches Raumkonzept vorzulegen. Wir wollen nun Taten sehen.“ Im Ausschuss gab es zwar Hinweise, dass die Verwaltung den geforderten Digitalisierungsbericht bald liefern werde, aber Finger ist skeptisch: „Andere Städte sind da viel weiter. Hier fehlt der Startschuss. Außerdem braucht man einen Digitalisierungsexperten, der die Aktion koordiniert.“ web

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