Im Rittergut Wildenrath stimmten 27 von 36 Mitgliedern für den Bau der Anlage in Wanlo.

Parteitag
Nicht einer Meinung: Nicole Finger (l.) ist für den Bau der Anlage, Fraktionsvorsitzender Anno Jansen-Winkeln dagegen.

Nicht einer Meinung: Nicole Finger (l.) ist für den Bau der Anlage, Fraktionsvorsitzender Anno Jansen-Winkeln dagegen.

Nicht einer Meinung: Nicole Finger (l.) ist für den Bau der Anlage, Fraktionsvorsitzender Anno Jansen-Winkeln dagegen.

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Nicht einer Meinung: Nicole Finger (l.) ist für den Bau der Anlage, Fraktionsvorsitzender Anno Jansen-Winkeln dagegen.

Mönchengladbach. Erst nach drei Stunden fiel die Entscheidung. So lange musten sich die Wanloer Bürger gedulden, die auf dem Kreisparteitag der FDP im Rittergut Wildenrath erleben wollten, wie es die Partei mit der Biogas-Anlage hält.

„Wir waren von Anfang an dafür“, erinnerte Nicole Finger in ihrem Redebeitrag und nahm davon ausdrücklich den Ehrenvorsitzenden Professor Karl-Hans Laermann aus, der die Anlage im Zusammenhang mit Ökologie und dem künftig stärker werdenden Mangel an Lebensmitteln sieht.

Der hatte sich mit einigen anderen Schwergewichten der Partei in einem Antrag gegen die Anlage ausgesprochen.

Die Fraktionsspitze ist gegen den Bau der Biogas-Anlage

Niemand geringerer als Anno Jansen-Winkeln, der Fraktionsvorsitzende, Ralph Baus, der Vorsitzende des Umweltausschusses und Hans Joachim Stockschläger, der Geschäftsführer der Ratsfraktion, standen hinter dem Antrag kontra die Anlage.

Jansen-Winkeln sprach an, dass es sich die Partei auf die Fahnen geschrieben habe, den Subventionswahnsinn zu stoppen – der bei der Förderung von Biogas-Anlagen zu Tage trete, die nicht ausschließlich mit biogenen Abfällen betrieben werde.

Als Bürgerpartei sollten sich die Liberalen der vielen Einwendungen annehmen, die gemacht worden seien. Baus will sich ebenfalls hinter die Bürger stellen, aus deren Einwendungen er die Angst vor Schädigung und Verlust von Heimat spräche, weil sonst die Politik weiter an Glaubwürdigkeit verlieren würde.

Anders die Befürworter: Ute König forderte das „Ja“ aus dem Bekenntnis der Partei zur Gewerbefreundlichkeit, der Wirtschaftsförderung und des Fortschritts und erachtet die Belastung der Bürger als gering, seit die Pläne zur Verkehrsführung nachgebessert worden seien.

Heiko Effelsberg warb mit dem Hinweis auf die Konsequenzen für die Genehmigung des Bebauungsplans. „Wenn ein Landwirt einen 0,5 Megawatt-Anlage baut, können wir nichts dagegen machen.“ Bei der 1,5 Mega-Watt-Anlage könne man schlimmeres verhindern, da sie von der NVV, einer städtischen Tochter gebaut werde.

Im Rat soll der Fraktionszwang bei der Abstimmung nicht gelten

Schließlich stimmen 27 Mitglieder für die Änderung des Bebauungsplans, der die rechtliche Voraussetzung zum Bau der Anlage schafft, neun enthielten sich, Kämmerer Bernd Kuckels hatte seine Enthaltung bereits vorher angekündigt.

Gleichzeitig sprach sich die Partei dafür aus, den Fraktionszwang im Rat aufzuheben, so dass die FDP-Ratsmitglieder in dieser Frage nicht einheitlich abstimmen müssen. boe

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