1500 Arbeitnehmer versammelten sich auf Altem Markt.

Warnstreik: Auf dem Markt trafen sich die Teilnehmer.
Warnstreik: Auf dem Markt trafen sich die Teilnehmer.

Warnstreik: Auf dem Markt trafen sich die Teilnehmer.

Siemes

Warnstreik: Auf dem Markt trafen sich die Teilnehmer.

Mönchengladbach. Etwa 1500 Streikteilnehmer aus dem öffentlichen Dienst der Region Niederrhein haben sich am Donnerstag zur Kundgebung auf dem Alten Markt versammelt. Viele Gladbacher zeigten Verständnis für den Warnstreik. "Hätte ich früher auch gemacht", sagte Andreas Adrians, ein 78-jähriger Rentner, der die Aktion beobachtete. Auch eine Studentin, die sich von einem Freund zur Hochschule fahren ließ, weil keine Busse fuhren, war nicht verärgert: "Ich wusste vorher Bescheid."

Nur manche Eltern waren verärgert über den Warnstreik

Weniger großzügig waren einige Eltern, die ihren Nachwuchs wegen des lahmgelegten Busverkehrs selbst zur Schule fahren mussten. "Ich kann es mir nicht erlauben zu streiken", schimpfte eine Mutter, die beschloss, ihren Sohn zu Hause zu lassen.

Die Streikenden, die sich mit Fahnen und Transparenten versammelt hatten, wussten, dass sie einige verärgern. Der NVV-Angestellte Jürgen Jansen sagte: "Wir sind Dienstleister und treffen deshalb mit Streiks zwangsläufig auch die Bürger. Aber es bleibt uns nichts anderes übrig. Die Arbeitgeber bewegen sich in der Tarifrunde nicht mal ansatzweise."

Der stellvertretende Leiter des Verdi-Landesbezirks, Uli Dettmann, wählte in seiner Rede auf dem Alten Markt deutliche Worte. Von den Arbeitgebern habe man bei den Tarifverhandlungen nur "dumme Sprüche und Ausreden" gehört. In Richtung Bundesregierung wetterte er: "Mit dem Geld, das jetzt Hoteliers bekommen, hätte man unsere Forderungen erfüllen können und sogar noch Geld übrig behalten."

Am eifrigsten wurde bei der NVV gestreikt: Sämtliche Busse blieben auf ihren Stellplätzen. Befürchtungen, der Verkehr könnte angesichts ausfallender Busse chaotisch werden, stellten sich als unbegründet heraus. Zwar waren besonders auf den Schulwegen mehr Kinder als sonst zu Fuß und auf dem Rad unterwegs - aber Zwischenfälle vermeldete die Polizei keine.

Zu den Profiteuren zählten hingegen die Taxifahrer: Besonders in dem Morgenstunden wichen viele Berufstätige auf deren Service aus, um rechtzeitig zum Arbeitsplatz zu gelangen. Aber auch ältere Menschen, die ihren Arzttermin nicht verpassen wollten, hätten zu den Kunden gezählt, berichtete der Taxi-Unternehmer Norbert Küster.

250 städtische Angestellte legten die Arbeit nieder

Bei der Stadtverwaltung legten laut der Personalratsvorsitzenden Roswitha Mirbach etwa 250 Angestellte die Arbeit nieder. Aus den Reihen der Ämter für Grünflächen, Friedhöfe und Tiefbau kamen die meisten Streikteilnehmer. Diese Behörden, in denen mehr körperliche Arbeit als anderswo geleistet wird, gelten traditionell als gewerkschaftsnah. Zu Beeinträchtigungen sei es aber kaum gekommen, hieß es bei der Stadt.

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