Hundetrainer Thomas Baumann zeigt Tierheim-Mitarbeitern, wie aus einer knurrenden eine zutrauliche Dogge wird.

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Gewusst wie: Thomas Baumann bringt die Dogge dazu, ihm aus der Hand zu fressen.

Gewusst wie: Thomas Baumann bringt die Dogge dazu, ihm aus der Hand zu fressen.

Jörg Knappe

Gewusst wie: Thomas Baumann bringt die Dogge dazu, ihm aus der Hand zu fressen.

Mönchengladbach. Es scheint fast wie Zauberei: Aus einer knurrenden Dogge, die ohne Maulkorb zugebissen hätte, macht Thomas Baumann innerhalb von Minuten einen wohlerzogenen Hund, der sich kraulen und andere Hunde passieren lässt, ohne zu attackieren. Und auch ohne Maulkorb problemlos neben dem Hundetrainer herläuft.

Dogge ging sofort auf eine Hundeattrappe los

"Wahnsinn", murmeln die Zuschauer, alles Mitarbeiter des Tierheims Mönchengladbach. Dabei hatte T.J., die kanarische Dogge, gleich zu Anfang demonstriert, dass mit ihr nicht zu spaßen ist: Sie war direkt auf eine Hundeattrappe losgegangen, die eine Mitarbeiterin des Tierheims auf dem Arm hielt.

Hundetrainer Thomas Baumann prüfte erst einmal ihr Verhalten, ging mit Hut und Regenschirm auf sie zu, drehte sich plötzlich um und beobachtete ihre Reaktionen genau. Dann übernahm er die Leine und auch die Führung: Sein Verhalten machte dem Hund klar, wer der Chef war. T.J. wurde lammfromm. "So geht das mit fast jedem Hund", sagte der Trainer gelassen, während die staunenden Zuschauer sich noch die Augen rieben.

Thomas und Ina Baumann von der Dogworld-Stiftung kamen in Mönchengladbach, um die Mitarbeiter des Tierheims zu schulen. Trainer Thomas Baumann hat jahrzehntelange Erfahrung mit Hunden. Er hat Polizeihunde ausgebildet, bis er 2004 den Dienst quittierte, um als Hundetrainer, Sachverständiger und Autor zu arbeiten. Gemeinsam mit seiner Frau rief er die Dogworld-Stiftung ins Leben, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Lebens- und Betreuungsbedingungen innerhalb der deutschen Tierheim zu verbessern.

Tierheim-Mitarbeiter sind begeistert

In Mönchengladbach vermittelt er den Pflegern und Gassigängern erst einmal wichtige Grundlagen: Was erzeugt bei Hunden Stress, wie reagieren sie darauf und wie lässt sich damit umgehen. "Die Körper- und Lautsprache der Hunde zeigt ganz klar, ob Gefahr von ihnen ausgeht", erklärt der Experte. "Je mehr Theater sie machen, desto weniger Gefahr besteht meistens."

Die Dogworld-Stiftung unterstützt Tierheime und tierheim-ähnliche Einrichtungen durch Betreuung oder Schulung von Personal. Dabei sollen die Lebens- und Betreuungsbedingungen von Tieren verbessert werden.

Gegründet wurde Dogworld von Ina und Thomas Baumann, die zuvor beide als Beamte gearbeitet haben. 2004 gaben sie ihre Jobs zugunsten ihrer Stiftung auf. Mehr Infos im Internet unter:

Wichtig ist Thomas Baumann auch, darüber zu informieren, wie Hunde in Tierheimen in Gruppen gehalten werden können, um isolierte Einzelhaltung zu vermeiden. Dabei muss zuerst herausgefunden werden, welche Hunde zueinander passen. Es gilt: Je früher sie ihre Position zueinander klären, desto besser.

Im Tierheim am Hülserkamp sind derzeit 25 Hunde untergebracht. Jasmin Dickmanns, die Leiterin des Tierheims, ist von dem Dogworld-Seminar begeistert: "Es ist sehr informativ und vermittelt anschaulich, wie wichtig die individuelle Beurteilung jedes Hundes ist."

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