Der ehemalige Propst setzt sich mit vielen Mitstreitern für vier Roma-Familien ein und schreibt einen offenen Brief an den OB.

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Der ehemaligen Propst Edmund Erlemann.

Der ehemaligen Propst Edmund Erlemann.

Der ehemaligen Propst Edmund Erlemann.

Krefeld. Gegen die Abschiebung von vier Roma-Familien mit sechs Erwachsenen und 15 Kindern in den Kosovo im Winter setzt sich eine Gruppe um den ehemaligen Propst Edmund Erlemann ein und hat jetzt einen offenen Brief an Oberbürgermeister Norbert Bude geschickt. Die 17 Vertreter von 16 Vereinen, Verbänden, Parteien, Bündnissen und Arbeitskreisen fordern den Verwaltungs-Chef auf, "sich mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass die Abschiebung nicht jetzt während des Winters erfolgt".

Die Betroffenen leben im Asylbewerberwohnheim Luisental in Mönchengladbach, zum Teil sind sie seit 20 Jahren in Deutschland. Erlemann: "Das ist ihre Heimat, einige der Erwachsenen sind mit sieben Jahren hierher gekommen. Die 15 Kinder sind alle hier geboren. Der Kosovo ist nicht ihre Heimat." Die Mädchen und Jungen seien nach Einschätzung ihrer Lehrer "sehr gut integriert". Die zehn Schüler der Grundsschule Steinsstraße hätten "gute Aussichten", eine Realschule zu besuchen.

Erlemann, der u.a. Vorsitzender des Volksvereins-Beirats ist, ist "sehr betroffen" von der Situation dieser Menschen. Wenn sie abgeschoben würden, kämen sie in ein Land, in dem sie "keine Infrastruktur" hätten. Die Jahreszeit würde ihre Lage noch verschlimmern. "An der Gesetzgebung kann auch der OB nichts ändern", so Erlemann, aber es erschüttere ihn, "dass man aus so einem reichen Land in so einer Jahreszeit abschieben will."

Erlemann hofft, die Abschiebung vielleicht ganz verhindern zu können. Ein Beispiel, dass sich seine Hoffnung lohne, sei das Wanderkirchenasyl von 36kurdischen Männern und Frauen. Sie zogen durchs Bistum Aachen von Kirche zu Kirche und kamen auch in der Hauptpfarre in Gladbach unter. "Danach haben alle Betroffenen per Einzelfallregelung einen Status bekommen."

Erst Mitte Dezember hatte der Hohe Kommissar des Flüchtlingsrates der Vereinten Nationen die deutsche Regierung aufgefordert, die Abschiebung von Roma in den Kosovo zumindest so lange auszusetzen, bis die menschenrechtswidrigen Bedingungen behoben und die vor allem für Kinder lebensgefährlichen Bleiverseuchungen in Auffanglagern beseitigt seien.

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