2024 sollen Spiele der Fußball-EM in Gladbach stattfinden. Die Stadt bittet derweil um Unterstützung der Bürger.

Im Stadion im Borussia-Park sollen Spiele der EURO 2024 ausgetragen werden.
Im Stadion im Borussia-Park sollen Spiele der EURO 2024 ausgetragen werden.

Im Stadion im Borussia-Park sollen Spiele der EURO 2024 ausgetragen werden.

Jörg Knappe

Im Stadion im Borussia-Park sollen Spiele der EURO 2024 ausgetragen werden.

Mönchengladbach nennt es „unseren Traum“: Mit einer Kampagne bitten die Stadt und Borussia um Unterstützung in der Bevölkerung für die Bewerbung um Spiele der Fußball-Europameisterschaft 2024. Bis Pfingstsonntag werden Unterschriften gesammelt, unter anderem auch heute am letzten Bundesliga-Spieltag in dem Stadion, das die Gladbacher gerne als Spielstätte für das kontinentale Turnier in sieben Jahren sähen. „Wir sind keine Landeshauptstadt und keine Wirtschaftsmetropole, aber wir haben etwas zu bieten: Aufbruchstimmung, ein sympathisches Image, ein wundervolles Stadion, das alle Voraussetzungen für europäische Wettbewerbe erfüllt, und einen starken Verein mit riesiger Unterstützung“, sagt Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. Die Stadt geht davon aus, einer von derzeit 14 Bewerbern für zehn Spielorte zu sein. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) entscheidet darüber im September dieses Jahres.

Einen Kostenplan für die Bewerbung gibt es noch nicht

Parallel zur Unterschriftenaktion bittet das Stadtoberhaupt auch die Politik um Zustimmung. In der kommenden Woche stimmt der Rat in einer Grundsatzentscheidung über die Bewerbung ab, die beim DFB bis zum 12. Juni vorliegen muss. In der Beratungsvorlage geht es auch erstmals um Details und Kosten der Bewerbung, wenn auch nur sehr vage. Die Verwaltungsspitze geht demnach davon aus, dass in den Jahren 2023 und 2024 Geld aus dem städtischen Haushalt bereitgestellt werden muss, etwa für Werbung und Rahmenprogramm. Fanmeilen sind beispielsweise Pflicht in Spielorten. Exakte Angaben werden allerdings noch nicht gemacht. Die Infrastruktur bereitet der Verwaltung wenig Kopfzerbrechen, da sie in Form eines international erprobten Stadions zur Verfügung stehe.

Für Öffentlichkeitsarbeit im Bewerbungsverfahren sollen bis zu 100 000 Euro netto angesetzt werden, die sich Stadt und Borussia jeweils zur Hälfte teilen. Eine Gesamtkalkulation von Kosten und Einnahmen soll sich erst dann schrittweise entwickeln lassen, nachdem der europäische Fußballverband Uefa im Herbst 2018 über das Gastgeberland entschieden haben wird.

Das Gastspiel der Frauen-WM 2011 war ein Verlustgeschäft

Dafür stellt das Rathaus einen Vergleich zur Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 an: Vor sechs Jahren war Mönchengladbach Austragungsort von drei Spielen. Damals fielen nach Berechnungen der Verwaltung Ausgaben in einer Gesamthöhe von knapp 1,7 Millionen Euro an. Dem standen Einnahmen in Höhe von gut 900 000 Euro gegenüber. Unterm Strich blieben Kosten in einer Höhe von etwa 750 000 Euro.

Einer der größten Konkurrenten der Gladbacher Bewerbung ist Düsseldorf. Dort hat der Rat in dieser Woche der Bewerbung zugestimmt. Dort geht man allerdings von Umbaukosten des Stadions in Höhe von 3,5 Millionen Euro aus. Anders in Mönchengladbach, wo es bereits mehr VIP-Sitze und Arbeitsplätze für Journalisten gibt. Überdies gehört das Stadion anders als in Düsseldorf dem Verein. In Kaiserslautern hat der Stadtrat die Bewerbung gestoppt. Dort geht man davon aus, dass drei Fanmeilen drei Millionen Euro kosten. „Von den Zahlen, die man über die Medien aus Düsseldorf oder Kaiserslautern hört, kann bei uns nicht die Rede sein“, sagte Borussias Mediendirektor Markus Aretz. „Wir haben den Borussia-Park 2004 WM-tauglich für die Spiele 2006 gebaut, dementsprechend bringt unser Stadion auch alle Voraussetzungen mit.“ Sicherlich gebe es noch zusätzliche Dinge, die bei solch einem großen Turnier eventuell umgesetzt werden müssten, wie etwa Zelte für Medienbereiche oder für die Unterbringung von Volunteers. „Das ist zwar ein großes Projekt, das auch große Anstrengungen mit sich bringt, aber darunter ist nichts, was wir nicht hinkriegen würden oder was wirtschaftlich unvernünftig wäre“, so Aretz.

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