Max Raabe und sein Palastorchester nehmen das Publikum mit auf eine Zeitreise.

Max Raabe und das Palastorchester ernten von den Zuhörern im Kunstwerk Wickrath stehenden Applaus für ihren Auftritt.
Max Raabe und das Palastorchester ernten von den Zuhörern im Kunstwerk Wickrath stehenden Applaus für ihren Auftritt.

Max Raabe und das Palastorchester ernten von den Zuhörern im Kunstwerk Wickrath stehenden Applaus für ihren Auftritt.

Horst Siemes

Max Raabe und das Palastorchester ernten von den Zuhörern im Kunstwerk Wickrath stehenden Applaus für ihren Auftritt.

Mönchengladbach/Wickrath. Nichts bleibt hier dem Zufall überlassen, alles ist für 100 Minuten bis ins kleinste Detail perfekt inszeniert. Die Musik aus Songs der zwanziger und dreißiger Jahre, die schwarz-weiße Bühnendeko und dazu ein charmant-cooler Chansonnier - bei Max Raabe und seinem Palastorchester sitzt einfach jeder Ton, jede Geste, jede Bewegung.

Auch im Kunstwerk Wickrath, das mit rund 1200 Besuchern ausverkauft ist, sind gekonnte Lässigkeit und stilvolle Unterhaltung Elemente einer Show, die unter dem Motto "Heute Nacht oder nie" als musikalische Zeitreise fasziniert.

Stocksteif im Frack singt Max Raabe mit seiner unwiderstehlich näselnden, das "r" rollenden Stimme die großen Hits einer vergangenen Zeit, während das zwölfköpfige Orchester ihn zwischen Foxtrott und Walzer rhythmisch begleitet.

Zusammen mit Raabes mimischen Minimalismus bekommen skurrile Schnulzen wie "Veronika der Lenz ist da" oder "Ich Steh Mit Ruth Gut" eine pointierte Kitschladung ab, die für entspannten Spaß im Saal sorgen.

Raabe überzeugt nicht nur mit Gesang, sondern auch als Moderator

Max Raabe gibt aber nicht nur den aalglatten Sänger, der schmachtend und säuselnd mit alten Liebesliedern unterhält. Beschwingt vom Retro-Sound steuert der 46-jährige Westfale bei seiner Moderation immer wieder Kommentare bei.

So kündigt er "Wenn die Elisabeth" als musikalischen Beitrag zu den Themen Damenmode und weibliche Anatomie an oder treibt bei "Du Du Duleldu Du" sprachliche Späße. Trotz des gespielten Manierismus kann man Max Raabe und seiner Begleitmusikern dabei eines nicht vorwerfen: sie übertreiben es nicht mit ihrer Korrektheit.

Mit dem im Chor gesungenen "Gib mir den letzten Abschiedskuss" gelingt dem Ensemble schließlich ein bewegendes Finale, das nicht den Hauch von Nostalgie übrig lässt. Hier ist alles perfekt echt.

Max Raabe und sein Palastorchester werden vom Publikum mit stehenden Ovationen verabschiedet.

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