Hunderte Kilometer legen die Beamten pro Schicht zurück. Bisweilen wird’s gefährlich.

Rolf Schomburg (r.) und Frank Lammering haben diverse Blinklampen im Gepäck.
Rolf Schomburg (r.) und Frank Lammering haben diverse Blinklampen im Gepäck.

Rolf Schomburg (r.) und Frank Lammering haben diverse Blinklampen im Gepäck.

Böhling

Rolf Schomburg (r.) und Frank Lammering haben diverse Blinklampen im Gepäck.

Mönchengladbach. 400 Kilometer pro Schicht sind keine Seltenheit. "Ein Einsatz in Kaldenkirchen und dann einer am Kreuz Jackerath, da kommt das schnell zusammen", sagt Autobahnpolizist Rolf Schomburg.

Damit nennt er gleichzeitig den nördlichsten und südlichsten Punkt des Reviers der Wache an der A61 in der Abfahrt Rheydt. An der A52 reicht es von der niederländischen Grenze bis zum Rastplatz Cloerbruch bei Willich-Schiefbahn, die A44 gehört bis zum Kreuz Meerbusch dazu und die A46 von der Grenze im Westen bis zur Mündung auf die A57 in Neuss. "200 Kilometer sind es pro Schicht immer", sagt Schomburg.

Auf dem Bock mit Rolf Schomburg

Er kommt gerade von einem Einsatz in Kaldenkirchen. "Ein Unfall mit Fahrerflucht, ein Überholfehler. Gottlob ist niemand verletzt." Ein Fahrzeug fuhr von der Auffahrt direkt auf die linke Spur. Die nachfolgende Fahrerin war gezwungen, in die Eisen zu gehen und landete schließlich in der Leitplanke. "Da musste zunächst die Unfallstelle gesichert werden", sagt der 33-Jährige.

Ein gefährliches Unterfangen, bei dem Teamwork und Umsicht gefragt sind. "Diese hohen Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen ist sehr schwierig", erklärt der Polizist. Eine Herausforderung für die Männer der Autobahnpolizei, für die sie besonders geschult werden. Eine Überforderung für normale Verkehrsteilnehmer. "Nie, nie, nie auf die Autobahn gehen", rät Schomburg deshalb. Selbst dann nicht, wenn ein Tier angefahren ist und man ihm helfen will.

Der Kofferraum des Polizei-Passats ist voll von Blinklampen und Kegeln in Leuchtfarben. "Wir haben sogar einen Bully mit einer Verkehrsleiteinrichtung auf dem Dach", sagt er. Schon ein paar hundert Meter vor der Unfallstelle muss die Sicherung beginnen.

Wenn die Männer nicht gerade mit Unfällen beschäftigt sind, fahren sie Streife. "Die A61 ist eine vom Güterverkehr stark genutzte Nord-Süd-Verbindung", sagt Schomburg. Er sitzt auf dem Beifahrersitz, am Steuer ist Frank Lammering. Der überholt eine Lkw-Kolonne. "Mindestabstand?" fragt er und wird langsamer. "50 Meter", nennt Schomburg das Maß. Dabei orientieren sie sich an den schwarz-weißen Leitpfosten am rechten Fahrbahnrand. "Ist okay", sagt Schomburg und Lammering gibt Gas.

Bei dem Wagen mit der offenen Ladefläche begutachten sie kritisch die Ladungssicherungen. Dann ist da ein Lkw mit Hänger. Zwei tiefe Metallwannen hat er geladen. "Den", sagt Schomburg. Lammering setzt sich davor und schaltet die Blinkanlage auf dem Dach an. "Bitte folgen" lautet die Aufforderung an den Fahrer.

Fahrer muss Tachoscheiben der vergangenen 28 Tage zeigen

An der Abfahrt Rheydt verlassen sie wieder die Autobahn. "Wir kontrollieren nur dann auf der Autobahn, wenn es etwa um eine hochgradige Alkoholisierung geht", sagt Schomburg.

Vor der Polizeiwache kommen sie zu stehen. "Container-Dienst" sagt Andreas Uhland zum Zweck seiner Fahrt. Er kommt aus Voerde. Schomburg verlangt die Tachoscheiben. Die heutige ist in Ordnung, die Lenk- und Ruhezeiten wurden eingehalten, ebenso die maximal erlaubt Geschwindigkeit. "Und die anderen?", fragt Schomburg. Uhland muss die Scheiben der vergangenen 28 Tage vorzeigen.

Unterdessen kontrolliert Lammering an dem Zug die Bremsen, die Anhängevorrichtungen und die Beleuchtung. "Treten Sie mal auf die Bremse", ruft er. Auch die Bremslichter sind in Ordnung. "Gute Weiterfahrt", wünschen sie Uhland und gehen in die Wache. Berichte schreiben.

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