Zwei Mitglieder des Partnerschaftskomitees mit Offinso in Ghana sind zu Besuch.

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Belinda Kussi Appiah und Nana Osei Sarpong (v.r.) sind noch bis Mittwoch zu Gast in Mönchengladbach.

Belinda Kussi Appiah und Nana Osei Sarpong (v.r.) sind noch bis Mittwoch zu Gast in Mönchengladbach.

Jörg Knappe

Belinda Kussi Appiah und Nana Osei Sarpong (v.r.) sind noch bis Mittwoch zu Gast in Mönchengladbach.

Mönchengladbach. Wenn Belinda Kussi Appiah und Nana Osei Sarpong gefragt werden, was ihnen an Deutschland am meisten auffällt, dann erzählen beide, wie sauber, ordentlich und organisiert hier alles sei, wie pünktlich die Menschen zu jeder Verabredung erscheinen würden. In ihrer Heimat Ghana ticken die Uhren oft ein bisschen langsamer: "Es gibt eine afrikanische und eine deutsche Zeit", sagt Sarpong und lacht.

Beeindruckend sieht er aus, der Dorfchef aus Ghana in seiner heimatlichen Tracht - ein lebensfroher, bunter Kontrast zu Deutschland. Doch trotz mancher Unterschiede zwischen den Kulturen überwiegen für den Afrikaner die Dinge, die ihn mit dem europäischen Land verbinden: "Wir haben hier nette Freunde gefunden, bei denen wir uns zu Hause fühlen. Es ist, als ob wir sie schon immer kennen"

Bis Mittwoch gibt es noch ein umfangreiches Besuchsprogramm

Im Rahmen der Nord-Süd-Partnerschaft zwischen dem Distrikt Offinso in Ghana und Mönchengladbach ist Sarpong gemeinsam mit Appiah für zwei Wochen zu Besuch nach Mönchengladbach gekommen. Bis zum Rückflug am Mittwoch bieten ihre deutschen Gastgeber den beiden Mitgliedern des Partnerschaftskomitees in Ghana ein umfangreiches Besuchsprogramm. Sie besichtigen Schulen, besuchen Projekte und Organisationen und sorgen für viele persönliche Kontakte.

Appiah ist zum ersten Mal in Deutschland und fasziniert vom Reichtum diese Landes. Zu Hause in Offinso bringt die Lehrerin erwachsenen Analphabeten Lesen und Schreiben bei: "In Deutschland sind die Schulklassen so klein. Bei uns sitzen die Schüler sehr gedrängt zusammen. Da fällt das Lernen viel schwerer", erzählt die Schatzmeisterin des afrikanischen Partnerkomitees.

In Deutschland vermissen die Ghanaer die Lebensfreude

Nie hat Appiah so viele Autos, Busse und Fahrräder gesehen wie auf Gladbachs Straßen. Dafür vermisst sie in Deutschland die Lebensfreude: "Im Gottesdienst ist es so still und es gibt auch keine Trommeln wie bei uns", wundert sich die junge Frau.

2004 initiierte das Eine-Welt-Forum MG die Aufnahme einer kommunalen Nord-Süd-Partnerschaft. Es besteht eine Schulpartnerschaft zwischen dem Gymnasium Geroweiher und Partnerschulen in Offinso.

Weitere Infos gibt es beim Vorsitzenden Bernd Bader (Tel. RY 37626), Ingeborg Gräber (Tel. RY 87653) und Helmut und Franziska Göbels (Tel. MG 44224).

Etwas, was die deutschen Partner von ihren ghanaischen Freunden lernen können, ist, "dass die Welt nicht in Mönchengladbach endet, sondern es noch andere Kulturen gibt. Afrika ist vielfältig und voller Leben", sagt Sarpong. Auf der anderen Seite sei die Hilfe aus Gladbach für die Menschen im Distrikt Offinso überlebenswichtig.

Der Präsident des Partnerschaftskomitees erzählt gerne die Geschichte einer Frau in seiner Heimat, die durch Unterstützung aus Mönchengladbach ihre Krankenversorgung finanzieren konnte: "Das hat ihr bei einer schweren Krankheit das Leben gerettet. Jedes Mal, wenn ich sie treffe, erzählt sie mir davon".

Der Bauingenieur ist zum dritten Mal als Gast der Nord-Süd-Partnerschaft zu Besuch in Gladbach. Die ersten Kontakte entstanden vor fast 20Jahren, als Helmut und Franziska Göbels mit dem Verein Aktion Friedensdorf den Verein der Körperbehinderten des Distrikts Offinso beim Aufbau einer Behindertenwerkstatt und bei der medizinischen Betreuung behinderter Jugendlicher unterstützten.

Seit 2004 hat das Partnerschaftskomitee verschiedene Projekte auf die Beine gestellt. Das Prinzip ist Hilfe zur Selbsthilfe. Was außerdem zähle, sei der partnerschaftliche Austausch in Nord und Süd, denn "nur zusammen können wir die Welt friedlicher und besser machen", sagt Sarpong.

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