Im städtischen Altenheim in Lürrip arbeiten die Senioren an Sportgeräten für ihre Fitness.

Der ehemalige Raucherraum des Altenheims in Lürrip dient nun der Gesundheit.
Der ehemalige Raucherraum des Altenheims in Lürrip dient nun der Gesundheit.

Der ehemalige Raucherraum des Altenheims in Lürrip dient nun der Gesundheit.

Jörg Knappe

Der ehemalige Raucherraum des Altenheims in Lürrip dient nun der Gesundheit.

Möchengladbach. Niemand ätzt und stöhnt hier vor Anstrengung, kein muskelbepackter Kraftprotz stemmt mit hochrotem Gesicht Gewichte - und doch wird in diesem Raum intensiv trainiert. Arme werden gehoben und gestreckt, Rücken gebeugt und aufgerichtet, Muskeln angespannt und gelockert. Manchmal fließt auch ein wenig Schweiß. So wie in jedem anderen Fitnessstudio.

Acht Geräten stehen nun im ehemaligen Raucherraum

Acht Kraftgeräte stehen seit dem 15. Dezember im ehemaligen Raucherraum des städtischen Altenheims in Lürrip. "Alle wichtigen Muskeln vom Kopf bis zu den Füßen können die Bewohner damit stärken", sagt Marina Logvin. Die Diplomsportlehrerin baut zurzeit das Bewegungsangebot für hochaltrige Menschen in der Einrichtung auf. Dreimal in der Woche können die Bewohner nachmittags unter ihrer Anleitung trainieren.

Hermann Hönig hat gerade das Bauchmuskeltraining hinter sich gebracht, jetzt will er seinen Bizeps in Form bringen: "Das ist noch ein bisschen anstrengender", findet er. Seine Unterarme liegen zwischen zwei Polstern, die er langsam zum Körper hinzieht und dann wieder in die Gegenrichtung bewegt. Der Widerstand ist relativ gering, doch nach zahlreichen Wiederholungen kostet die Übung Kraft: "Man muss einfach den Willen haben, etwas zu tun", sagt Hönig.

Energie und Ehrgeiz gehören dazu, wenn die Bewohner zum Trainieren in ihre neue Mucki-Bude kommen. Die Kraftgeräte sind speziell für Reha-Patienten und Senioren entwickelt und sollen Beweglichkeit, Körperbalance sowie Muskelkraft trainieren: "Ziel ist es, die älteren Menschen für alltägliche Dinge wie aufstehen, gehen oder Treppen steigen fit zu machen und Stürze zu vermeiden", so Helmut Wallrafen-Dreisow.

Mit dem neuen Bewegungsangebot hat der Geschäftsführer der Sozial-Holding das NRW-Projekt "Fit für 100" weiter ausgebaut. Er will das Programm in seinen Häusern "zu einer festen Einrichtung" machen. 25.000 Euro kostete die Anschaffung der Fitnessgeräte in Lürrip. Dafür gab es Mittel des Sozialdezernats und eine Spende der Sparkasse Mönchengladbach.

In allen Heimen der Sozialholding sollen Krafträume entstehen

Langfristig werden zwei geschulte Mitarbeiterinnen des Altenheims die Betreuung der Teilnehmer übernehmen. Die Sozial-Holding plant, auch in ihren vier anderen Altenheimen Krafträume einzurichten. In Eicken soll ein von Mariana Logvin betreutes ambulantes Zentrum entstehen.

Mittlerweile gehen in Lürrip 20 bis 25 Bewohner regelmäßig zum Training. Josefine Schluyßer war von Anfang an dabei. Die Mucki-Bude sei "eine sinnvolle Idee" und gut für ihre Gesundheit: "Ich kann wieder viel besser laufen", erzählt die alte Dame, die teilweise auf den Rollstuhl angewiesen ist. Nur auf das Trimmfahrrad "komme ich einfach nicht drauf", erzählt sie.

Schon vor Eröffnung der Mucki-Bude hat die Diplomsportlerin mit den Bewohnern regelmäßig Gymnastik gemacht. Das neue Bewegungsangebot sieht Logvin positiv. Schon nach den ersten Wochen stellt sie fest: "Die Teilnehmer entwickeln ein ganz anderes Lebensgefühl. Und auch ihre Lebensqualität steigt".

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