Rollentausch: Eine Stunde lang setzte sich Gladbachs Boxerin Ina Menzer an die Kasse eines Drogeriemarkts – für den guten Zweck.

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Ina Menzer bekam viel Zuspruch von Kunden bei ihrem einstündigen Dienst an der Kasse eines Drogeriemarktes an der Mittelstraße.

Ina Menzer bekam viel Zuspruch von Kunden bei ihrem einstündigen Dienst an der Kasse eines Drogeriemarktes an der Mittelstraße.

Jörg Knappe

Ina Menzer bekam viel Zuspruch von Kunden bei ihrem einstündigen Dienst an der Kasse eines Drogeriemarktes an der Mittelstraße.

Mönchengladbach. Nur wenige aus der Schlange wechseln, als die zweite Kasse aufgemacht wird. Die anderen Kunden bleiben lieber an ihrem Rollband stehen. Denn an ihrer Kasse sitzt schließlich Ina Menzer, die Gladbacher Box-Weltmeisterin.

Spätestens als Anne Michalowski, die Gebietsverantwortliche von dm darüber aufklärt, dass alles, was in der Stunde zwischen 11 und 12 Uhr in die Menzer-Kasse fließt, als Geldspende an den Tierschutz Gladbach geht, ist den meisten Kunden klar, wo sie sich lieber anstellen.

Aufmunternde Worte für die „Aushilfskraft“

Und das, obwohl Menzer selbstverständlich lange nicht so fix ist wie die Profikollegin an der anderen Kasse. Und obwohl Filial-Leiterin Melanie de Bock der „Aushilfskraft“ bei vielem helfen muss: Beim Bezahlen mit EC-Karte, beim Freischalten der Parkkarten.

Die Kunden bewahren die Ruhe. Und Menzer bekommt aufmunternde Worte, beispielsweise von Alexander Müller. „Sie boxen sich immer so toll durch“, sagt er, während Menzer das Wechselgeld aus der Kasse holt, „daran sollte sich die Borussia ein Beispiel nehmen.“ Mario Winkler, der sein Katzenfutter normalerweise in Gladbach kauft, tut das diesmal in Rheydt. „Da tu ich auch was fürs Tierheim.“

Kurt Gipp vom Vorstand des Vereins Tierschutz Mönchengladbach freut sich über die Aktion. „Wir können alles gebrauchen“, sagt er. „Momentan haben wir besonders viele Tiere.“ 70 Katzen, 40 Hunde und dann noch 58 Meerschweinchen aus einer „Sicherstellung“. Das heißt, die Vierbeiner wurden ihren Besitzern vom Amt weggenommen. „Zum größten Teil sind es Weibchen“, sagt Gipp, „die meisten davon tragend.“ Zwar kämen zum Glück immer wieder Menschen mit Futterspenden, „aber davon können wir unsere Telefonrechnung nicht bezahlen.“

Menzer setzt sich immer wieder für den guten Zweck ein. „Tiere, Kinder und ältere Menschen können sich nicht selbst helfen und brauchen unsere Unterstützung.“

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