Weggefährten würdigten Werk und Schaffen des früheren Museumsdirektors Johannes Cladders.

Fanden würdige Worte: Museumschefin Susanne Titz, Wilhelma Cladders und Architekt Hans Hollein (v.l.).
Fanden würdige Worte: Museumschefin Susanne Titz, Wilhelma Cladders und Architekt Hans Hollein (v.l.).

Fanden würdige Worte: Museumschefin Susanne Titz, Wilhelma Cladders und Architekt Hans Hollein (v.l.).

Siemes

Fanden würdige Worte: Museumschefin Susanne Titz, Wilhelma Cladders und Architekt Hans Hollein (v.l.).

Mönchengladbach. Was haben die Welt der Fußballfreunde und der Kunstfreunde gemeinsam? Mönchengladbach ist beiden ein Begriff. Den einen wegen der Borussia, den anderen wegen des Museums Abteiberg. Letzteres ist ein Verdienst des früheren Museums-Direktors Johannes Cladders, der am 6. Februar diesen Jahres im Alter von 84 Jahren in Krefeld verstarb. Ihm widmete das Museum Abteiberg eine Gedenk- und Feierstunde, in der Zeitgenossen und Weggefährten einen persönlichen Blick auf ihn warfen. Sogar der Architekt des Museums, Hans Hollein, kam 75-jährig aus Wien.

Johannes Cladders ermöglichte die erste große Beuys-Ausstellung

Hier wurde der Frage nachgegangen, wer dieser Mann war, der beispielsweise zum Wegbereiter für Joseph Beuys wurde, dem er seine erste große Ausstellung ermöglichte. Mit feinem Gespür wusste Cladders, wer wichtig und wegweisend sein würde für die Zukunft. Nicht umsonst wurde der eigentlich fachfremde Germanist zweimal zum offiziellen Beauftragten für den deutschen Pavillon auf der Biennale Venedig berufen, 1982 und 1984.

Er beauftragte Hans Hollein mit dem Museumsbau am Abteiberg. Hollein war zusammen mit Friedensreich Hundertwasser Mitglied in einer Wiener Künstlergruppe, die sich gegen die "Alleinherrschaft des trivialen Funktionalismus” wandte und galt deshalb als Pionier der Postmoderne, seit dem Bau in Mönchengladbach als einer ihrer prominentesten Vertreter.

Hier konnte er seine Vorstellungen verwirklichen und das Museum als überwachsene Architektur und begehbare Skulptur verwirklichen, einer Schule des Sehens. Räume, durch die man hindurch schlendert, die immer erstaunliche, neue Blicke auf die Kunstobjekte gewähren, über die man so angeregt leicht ins Gespräch kommt.

"Das war es, was Cladders wichtig war", sagt Rudi Fuchs, sein Kollege aus den Niederlanden. Wie er es schaffte, den Bau in der Politik durchzusetzen, blieb weitgehend unbeleuchtet. Lediglich der Name des damaligen Kulturdezernenten fiel: Busso Diekamp. Immerhin brauchte es zehn Jahre von der Genehmigung des Neubaus 1972 bis zur Eröffnung am 23. Juni 1982.

Geboren am 14. September 1924 in Krefeld

Fächer Germanistik, Anglistik, Philosophie an den Universitäten Köln und Bonn; 1955 Promotion

1957 bis 1967 Assistent von Paul Wember am Kaiser-Wilhelm-Museum Krefeld; 1967 bis 1985 Direktor des städtischen Museums, seit 1982 des Abteiberg-Museums in Mönchengladbach. Ruhestand im März 1985.

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