In Eicken tötet ein Iraker seine Freundin (37). In Koch will ein 34-Jähriger seine Ex erwürgen, sagt die Polizei.

Das Mehrfamilienhaus an der Eickener Straße, nahe dem Marktplatz. Hier ging der 30-Jährige in den vergangenen Wochen ein und aus, sagen Nachbarn. Sie sind fassungslos.
Das Mehrfamilienhaus an der Eickener Straße, nahe dem Marktplatz. Hier ging der 30-Jährige in den vergangenen Wochen ein und aus, sagen Nachbarn. Sie sind fassungslos.

Das Mehrfamilienhaus an der Eickener Straße, nahe dem Marktplatz. Hier ging der 30-Jährige in den vergangenen Wochen ein und aus, sagen Nachbarn. Sie sind fassungslos.

Horst Siemes

Das Mehrfamilienhaus an der Eickener Straße, nahe dem Marktplatz. Hier ging der 30-Jährige in den vergangenen Wochen ein und aus, sagen Nachbarn. Sie sind fassungslos.

Mönchengladbach. Warum der Iraker (30) seine Freundin (37) am Freitagabend in der 2. Etage des Mehrfamilienhauses an der Eickener Straße tötet - die Polizei rätselt immer noch über das eigentliche Motiv.

Denn der Mann mit dem belgischen Pass tischt der Mordkommission um Kripomann Friedhelm Schultz bislang verschiedene Motive auf. Für Montag haben Staatsanwaltschaft und Polizei eine gemeinsame Erklärung angekündigt. Der 30-Jährige sitzt in U-Haft. Noch lautet der Vorwurf Totschlag, sagt die Polizei.

Wegen versuchten Totschlags befindet sich ein anderer Gladbacher (34) in Untersuchungshaft. Er hat in der Nacht zum Samstag im ländlichen Koch (Rheindahlen) versucht, seine junge Freundin zu erwürgen. Zwei Nachbarn retteten der Frau das Leben, sagt ein Polizeisprecher.

Die beiden Kinder leben beim Vater

Wie oft der Iraker am späten Freitagnachmittag auf die Mutter zweier Kinder (2 und 6 Jahre) einstach, dazu sagt die Polizei noch nichts. Der Mann erschien nach der Bluttat im Gladbacher Hauptbahnhof und gestand vor Beamten der Bundespolizei: "Ich habe wohl meine Freundin umgebracht."

Als dann Rettungskräfte der Berufsfeuerwehr in der Wohnung eintrafen, war es für die Irakerin offenbar zu spät. Sie verblutete, sagen Nachbarn.

Nachbarn berichten auch, dass der 30-Jährige in der Wohnung seiner Freundin seit Wochen ein und aus ging. "Sie hat ihn uns als ihren neuen Freund vorgestellt", sagt ein junger Eickener. Die 37-Jährige ist geschieden, die beiden Kinder leben bei ihrem Vater, ebenfalls einem Iraker.

Die genaue Herkunft des mutmaßlichen Messerstechers ist anscheinend derzeit nicht lückenlos festzustellen. Bei seinen Vernehmungen gebe er an, Iraker zu sein. Gleichzeitig behauptet der Beschuldigte aber auch, dass die Angaben auf seinem gültigen belgischen Pass "nicht stimmen". Die Polizeiermittler haben bereits herausgefunden, dass der Freund der Getöteten in Griechenland in Drogengeschäfte verwickelt gewesen sein soll.

"Sie hat ihn uns als ihren neuen Freund vorgestellt."

Ein junger Hausbewohner

Eine Nachbarin der Ermordeten spricht davon, dass sie am Freitagabend kurz vor der Tat Schreie im Haus gehört habe. Auch sei in der Wohnung, in der das Verbrechen geschah, laut gestritten worden. Dies sei in der Vergangenheit nicht vorgekommen, sagt sie.

Spezialisten der Spurensicherung versuchten bis tief in die Nacht nachzustellen, was sich hinter den Mauern des gediegenen Mehrfamilienhauses aus den 80er Jahren abgespielt hat. Nachbarn zufolge stellten Kriminalbeamte den Tathergang nach und filmten dies auch.

In ihre Wohnung im Sechsfamilienhaus in Koch zurückgekehrt ist mittlerweile die junge Frau, die Samstagfrüh um 0.40 Uhr laut Polizei beinahe von ihrem Freund (34) erwürgt worden wäre. Zwei Mitbewohner stürzten sich auf den Gladbacher und befreiten das benommene Opfer.

"Die Frau wollte mit ihm Schluss machen", sagt ein Polizeisprecher. Angetrunken, habe der 34-Jährige um ein Gespräch mit der Freundin gebeten. Da sie die Wohnungstür nicht öffnete, habe der Gladbacher im Treppenhaus geschrien und die Tür zur Wohnung eingetreten.

Ein Nachbar rannte in die Wohnung, um der Frau zu helfen. Da er den Täter nicht alleine überwältigen konnte, rief er einen weiteren Mann zu Hilfe. Beide hielten den anfangs wie wild um sich Schlagenden so lange fest, bis die Polizei erschien.

Eine Frau aus dem Mehrfamilienhaus sagt: "Ich habe die Schreie und den Krach gehört." Sie habe daraufhin Angst bekommen, aber dennoch die Polizei alarmiert.

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