Amar Hayati hat nach eigener Aussage schon mehrfach beobachtet, dass in der Nähe des Marienplatzes gedealt wird.

Mönchengladbach. Auf sein Plakatband hat Amar Hayati eine tickende Zeitbombe gemalt. Denn für den Rheydter ist es höchste Zeit, gegen die Drogendealer in der Rheydter Innenstadt vorzugehen. „Sonst passiert noch mehr“, sagt er.

Wie Amar Hayati berichtet, habe er schon mehrfach gesehen, wie vor der Kindertagesstätte in der Nähe des Marienplatzes Drogen verkauft werden. „Es ist eine Gruppe von Jugendlichen zwischen 15 und 21 Jahren“, sagt er. Das habe er auch der Polizei gemeldet.

Die Rache der Drogendealer sei schnell gefolgt. „Sie sagten, ich sei ein Verräter, und dann haben sie mich in einem Rheydter Café verprügelt.“ Die Polizei bestätigt eine entsprechende Anzeige. Weil die Drogendealer immer noch „frei herumlaufen“, wollte Amar Hayati ein Zeichen setzen – mit einer Ein-Mann-Demo gegen den Drogenverkauf in Rheydt.

Der Demonstrant wirkt nervös, erhält aber Zuspruch

„Das ist nicht nur am Marienplatz so, das geschieht auch in einer Wohnung an der Bachstraße. Da wohnt seit über 30 Jahren meine 80 Jahre alte Mutter“, berichtet der Rheydter. Im Keller lägen regelmäßig Spritzen. Amar Hayati macht sich große Sorgen um seine Mutter: „Wer weiß, was noch alles passiert.“

Bei seiner Protestaktion vor der Rheydter Marienkirche ist Amar Hayati sichtbar nervös. Ein Jugendlicher habe ihm schon gesagt, dass er verschwinden soll, sagt er. Aber der Rheydter will sich nicht einschüchtern lassen. „Man muss die Kinder und die Älteren schützen“, betont er. Das finden auch die Passanten, die an seinem Plakat vorbeikommen.

Dass er gegen die Drogendealer kämpft, muss Amar Hayati aber erst einmal erklären. Denn nur wenige sehen sofort einen Zusammenhang zwischen einer tickenden Zeitbombe und dem Drogengeschäft. Einer Passantin, der Amar Hayati erzählt, warum er dort steht und ein Zeichen setzen will, sagt: „Er ist ein guter Mann. Das finde ich wirklich mutig.“

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