Muslime rollten Teppiche aus. Die Initiative gegen die geplante Islamschule fühlt sich schlecht informiert.

Mönchengladbach. Zu später Stunde haben dem Verein "Einladung zum Paradies" nahe stehende Muslime auf dem Eickener Markt ihre Gebetsteppiche ausgerollt. Freitag- und Samstagnacht beteten dort nach 22 Uhr jeweils rund 50 Männer.

Anwohner wurden von der Zusammenkunft überrascht

Für die Anwohner und die Mitglieder der Bürgerinitiative Eicken sei das völlig überraschend gewesen, sagt einer ihrer Initiatoren, Wilfried Schultz. Die ganze Nacht habe bei ihm das Telefon nicht still gestanden, weil sich "besorgte Menschen bei mir gemeldet haben". Aber auch er habe niemandem erklären können, was los sei. "Der Platz war von der Polizei gesperrt worden. Aber niemand ist vorab darüber informiert worden", sagt Schulz. Das sei ein "Skandal".

Er habe seit Wochen viel Zeit investiert, damit der Protest der Eickener sachlich geführt werde und man sich von rechtsextremen Gruppen abgrenze. "Und nun lässt man das Ganze hochkochen, indem man die Bürger nicht informiert."

Ob oder wieso dem Verein für sein Gebet auf dem Eickener Marktplatz eine Sondernutzung erlaubt worden sei, was viele Bürger nun bewege, sei für ihn gar nicht die Frage, sagt Schultz. "Es geht mir hier gar nicht um juristische Dinge. Mir geht es nur um die Art des Umgangs miteinander." In den Gesprächen der vergangenen Tage mit der Polizei und Spitzen der Politik habe man von allen Seiten das "jetzt vorhandene konstruktive Zusammenwirken betont". Das sei nun "ein einziger Scherbenhaufen".

Ein Polizeisprecher sagte am Sonntag, man wolle, was die besagten Zusammenkünfte der "Einladung zum Paradies" angehe, "in den nächsten Tagen die weitere Vorgehensweise prüfen".

Für Montag, 19 Uhr, plant die Bürgerinitiative wieder eine Kundgebung auf dem Eickener Marktplatz. Red

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