Neugestaltung: 300 Bürger diskutieren mit. Die neue Meile ist nicht vor März 2010 fertiggestellt.

Mönchengladbach. Die Eickener lieben ihre Fußgängerzone. Die sollte nach der Verlegung mächtiger Entwässerungsrohre und der viel diskutierten Neugestaltung "ein gemütlicher Teil" werden, forderte ein Besucher einer Info-Runde in der Eickener Mehrzweckhalle.

Zu der hatte die Stadtverwaltung mit Moderator und Stadtplaner Jürgen Beckmann unter dem Motto "Wie hätten sie’s denn gern"? geladen. Dass mehr als 300 Personen erschienen und lebhaft Vorschläge zu "ihrer" Fußgängertrasse machten, verwunderte selbst Politiker wie Reiner Brandts und Rolf Besten (beide CDU).

Warum muss neu gestaltet werden?

Auslöser sind die Kanalarbeiten der NVV AG. Im Bereich von Eickener Markt bis Martinstraße ist das längst erledigt. Im weiteren Abschnitt der Fußgängermeile bis zu St. Maria Rosenkranz steht der Kanalbau vor dem Abschluss.

Was ist geplant und wann fallen Entscheidungen?

Eigentlich sollte die Zone längst fertig sein. Doch die politisch beschlossene Variante 1 - Autos und Passanten außen, Bäume, Bänke, Außengastronomie usw. innen - fiel bei den Eickenern durch. Ihr Sprecher, "Torten-König" Michael Bertrand, brachte Variante 2 ins Spiel: Außen Sondernutzung zum Verweilen unter zu Schirmen beschnittenen Platanen. In der Mitte eine "Spur für Autos, so schmal wie möglich".

Bertrand denkt hier an maximal vier Meter Breite und verlangte unter dem Beifall vieler Zuhörer: "Wir wollen auch nachts keine fahrenden Musikboxen in unserer Zone." Was nun tatsächlich gemacht wird, entscheidet u.a. die Bezirksvertretung Stadtmitte Ende März. Beckmann ist bei so viel Bürgerengagement begeistert: "Ich denke, an Variante 2 kommt niemand vor-

Die Interessengemeinschaft Eicken um Michael Bertrand wünscht sich eine neue Zone "ohne direkte Durchfahrt für Kfz". Lieferverkehr: 6 bis 13 Uhr.

Auch wegen der langen Kanalarbeiten schloss so mancher Laden in der Zone mit der provisorischen Asphaltdecke - die Kunden blieben aus.

1,32 Millionen Euro, 60000 Euro übernehmen die Anlieger.

Baubeginn: Sommer 2009, Eröffnung Mitte März 2010.

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Wo drückt noch der Schuh?

Mehrere Eickener wünschen sich Abpollerungen z.B. an Badenstraße, Buschallee, die Autos verbannen bzw. aus- bremsen. Ständige Barrieren wird es in Höhe der Gaststätte "Alt Eicken" zum Marktplatz geben. Installierte Pfosten verschwänden auf höchst seltsame Weise, sagt eine Anwohnerin. Schließlich gebe es die Schlüssel im Baumarkt.

Was passiert mit Berti und Hacki?

Die berühmte Borussen-Bronze-Skulptur legendärer Spieler wie Hacki Wimmer, Berti Vogts und Günter Netzer wird, frisch poliert, in einem neuen Kreisel Höhe Schwogenstraße/Sparkasse platziert. Einen solchen Kreisel soll es auch auf Höhe der Thüringer Straße geben - aus Stein und in Form eines Fußballs. Den soll die Borussia spendieren. Eicken-Mitte ist die Wiege des Klubs, der einmal Spitzenfußball zelebrierte.

 

 

Wird auch der Markplatz saniert?

Martin Scheel (Stadtverwaltung) sagt: "Nein, aber er wird wieder so aussehen wie vor der Kanalmaßnahme." Aber: Der Eingang von der Badenstraße bis zum Markplatz, der als Parkfläche erhalten bleibt, wird neu gestaltet.

Was kostet das alles und wer zahlt?

Das ganze kostet 1,32 Millionen Euro. Das Gros bezahlt laut Beckmann Kanalsanierer NVV AG. Anrainer müssen die notwendigen neuen 30 Leuchten bezahlen. Gesamtpreis 60.000 Euro. Macht für jeden eine Summe zwischen etwa 200 und gut 500 Euro.

Wann dürfen die Eickener flanieren?

Für Unmut bei vielen sorgte die Aussage Scheels, die neue Fußgängerzone sei erst im März 2010 fertiggestellt. Im Sommer 2009 rückten die Bauarbeiter an.

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