Bilanz 2008: 300 Personen wurden in Therapien vermittelt.

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Am Gebäude der Drogenberatung hängt dieser Automat für ausgediente Spritzen.

Am Gebäude der Drogenberatung hängt dieser Automat für ausgediente Spritzen.

Horst Siemes

Am Gebäude der Drogenberatung hängt dieser Automat für ausgediente Spritzen.

Mönchengladbach. Achim Brasseler ist überrascht. "Dass wir 10000 Klicks auf unserer Homepage haben, damit hätte ich nie gerechnet." So oft war die Internet-Seite der Drogenberatung 2008 Ziel der Server. Der Vorschlag, das Internet zu nutzen, kam von jungen Kollegen. 17 hauptamtliche Mitarbeiter hat die Beratungsstelle für illegale Drogen an der Waldnieler Straße 69 - 71, die von Stadt, Landschaftsverband und Land finanziert wird. 1,5 Millionen Euro werden hier jährlich bewegt.

"Übers Internet erreichen wir vor allem junge Leute, Konsumenten von Cannabis und Designer-Drogen, zu denen wir sonst keinen Zugang finden." Die können über E-Mail Kontakt aufnehmen, Beratung erfolgt auch im Gruppen- oder Einzelchat.

Wichtig sei es darzustellen, dass Drogenkonsum nicht automatisch ausweglos ist. "Aber es ist ein Weg, der viel Geduld und Zeit erfordert." Die Zahl der Cannabis-Nutzer, die die Hilfe der Drogenberatung in Anspruch nahmen, steigerte sich gegenüber dem Vorjahr um die Hälfte.

Solche Menschen scheuen oft den Weg in die Stelle, "weil sie hier den Fixer vom Bahnhofsklo vermuten, mit dem sie nichts zu tun haben wollen", sagt Brasseler. Die meisten von ihnen sehen sich nicht als abhängig.

2008 gab es sieben Drogentote

Jugendliche, die auffällig geworden sind, ohne eine behandlungsnotwendige Abhängigkeit entwickelt zu haben, werden von Polizei, Justizbehörden oder Einrichtungen der Jugendhilfe an die Drogenberater verwiesen. "Das geht über das Projekt Fresko", sagt Brasseler. Der Altersschwerpunkt liegt bei 14 bis 21 Jahren. "In 2008 hatten wir drei Kurse", in diesem Jahr sind vier geplant.

Schwerstabhängige harter Drogen erreicht die Beratungsstelle vor allem über das Brennpunktprojekt Streetwork, das sie mit der Diakonie betreibt. "Hier arbeiten wir mit den Anlaufstellen zusammen", sonst funktioniert das nicht", sagt Brasseler. Gemeint: Kliniken, Sozialamt, Stadt-Ordnungsdienst.

Fast 300 Fälle wurden in Therapien vermittelt. Wie viele Menschen in Gladbach abhängig sind, weiß niemand. Sieben Menschen starben an den Folgen ihrer Sucht. boe

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