Die Afghanin Zohra Gardizi musste bei Null anfangen. Jetzt ist sie ihr eigener Chef.

Zorah Gardizi in ihrem eigenen Laden, den sie sich mit großem Engagement aufgebaut hat.
Zorah Gardizi in ihrem eigenen Laden, den sie sich mit großem Engagement aufgebaut hat.

Zorah Gardizi in ihrem eigenen Laden, den sie sich mit großem Engagement aufgebaut hat.

Jörg Knappe

Zorah Gardizi in ihrem eigenen Laden, den sie sich mit großem Engagement aufgebaut hat.

Mönchengladbach. „Ich bin eben ein hartnäckiger Mensch“, antwortet Zohra Gardizi immer dann, wenn sie gefragt wird wie sie das alles schaffe. Drei Kinder zu versorgen sowie den Haushalt zu meistern, gleichzeitig eine Berufsausbildung abzuschließen und jetzt den Neustart mit einem eigenen Frisörsalon zu wagen, das bedeute sicherlich viel Stress. Die schwierige Aufgabe sei aber mit guter Organisation zu bewältigen: „Außerdem hat mich meine Familie immer unterstützt“, betont die 36-Jährige.

Stolz lächelnd blickt sie sich in ihrem eigenen Reich um, das sie klassisch in schwarz-weißem Ambiente eingerichtet hat: „Ich bin mit viel Freude bei meiner Arbeit, und liebe was ich mache“, sagt die neue Frisörsalon-Inhaberin. Die Hände einfach in den Schoss zu legen, ist für Zohra Gardizi niemals in Frage gekommen.

Dabei musste die junge Afghanin ganz neu anfangen, als sie vor elf Jahren ohne anerkannte Ausbildung in Deutschland einwanderte. Ihr Architekturstudium konnte sie in der neuen Heimat nicht weiter führen: „Ich wollte jedoch auf keinen Fall arbeitslos sein“, sagt Zohra Gardizi.

Nach der Entscheidung ging alles ganz schnell

Sie heiratet, bekommt Kinder – und lernt Deutsch, sobald das älteste im Kindergarten untergebracht ist: „Ich liebe diese Sprache“, sagt die junge Frau. Ebenso schlägt ihr Herz dafür, kreativ zu sein. Also entschied sich Zohra Gardiz eine Ausbildung zur Frisörin zu machen. Nach einem Jahr Gesellentätigkeit stand fest, dass sie ihre eigene Chefin sein wollte: „Nur so bleibt mir die Freiheit, mit meinem eigenen Kopf zu arbeiten“, betont die frischgebackene Unternehmerin.

Als sie sich für die Selbstständigkeit entschieden hatte, ging alles ganz schnell. Auf der Viersener Straße fand sie die passenden Räume und mit Selda Demir-Cephe eine erfahrene Meisterin, die ihr zur Seite steht. Zohra Gardizi baut auf die Erfahrung, den Rat und das Können ihrer Mitarbeiterin: „Wenn gute Arbeit geleistet wird, läuft auch der Laden gut“, ist sie sich sicher. Einige ihrer Kunden hat die Jungunternehmerin mitgebracht, andere kommen aus der Nachbarschaft: „Es hat sich schnell herum gesprochen, dass wir da sind“.

Die Frisörin ist zufrieden mit den ersten Wochen ihrer Selbstständigkeit. Sechs Monate Zeit hat sie sich für den Erfolg gegeben: „Natürlich gibt es manchmal auch Schwierigkeiten. Aber es läuft schon zu Beginn sehr gut“, sagt Zohra Gardizi.

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