Die Rettungsorganisation ist in finanzieller Schieflage, sagen jetzt Vorstandsmitglieder.

Die Zentrale des in die Schieflage geratenen Deutschen Hilfsdienstes an der Fliethstraße in Stadtmitte. Im Hintergrund die neue Wache. Sie kostete mehr als eine Million Euro.
Die Zentrale des in die Schieflage geratenen Deutschen Hilfsdienstes an der Fliethstraße in Stadtmitte. Im Hintergrund die neue Wache. Sie kostete mehr als eine Million Euro.

Die Zentrale des in die Schieflage geratenen Deutschen Hilfsdienstes an der Fliethstraße in Stadtmitte. Im Hintergrund die neue Wache. Sie kostete mehr als eine Million Euro.

Jörg Knappe

Die Zentrale des in die Schieflage geratenen Deutschen Hilfsdienstes an der Fliethstraße in Stadtmitte. Im Hintergrund die neue Wache. Sie kostete mehr als eine Million Euro.

Mönchengladbach. Ist der Gladbacher Rettungsorganisation Deutscher Hilfsdienst (DH) mit mehr als 60 Mitarbeitern noch zu helfen? Nicht erst seit dem Insolvenzantrag durch den DH-Gründer und langjährigen Vorsitzenden Manfred A. Schumann gerieten die Helfer in die Bredouille.

Seit etwa einem Jahr ermittelt die Gladbacher Staatsanwaltschaft gegen Verantwortliche des eingetragenen, gemeinnützigen Vereins wegen des Verdachts der Schwarzarbeit und möglicher falscher Abrechnungen.

Oberstaatsanwalt Peter Aldenhoff sagte dazu der WZ: "Das Ermittlungsverfahren wird noch ein paar Monate in Anspruch nehmen." Insider schließen mittlerweile nicht mehr aus, dass es zur Anklage kommt. Dann müsste sich auch DH-Geschäftsführer Ulrich Bunkowitz, der im politischen Leben CDU-Ratsherr ist, verantworten.

Dass die staatsanwaltschaftlichen Recherchen gegen den DH laufen, ist der Stadt nicht entgangen. Sie erteilt die Genehmigung zum Transportieren von Verletzten im Rahmen des Rettungsdienstgesetzes. Kriterien für die Lizenz sind Verlässlichkeit und wirtschaftliche Solidität.

Nach WZ-Informationen will die Kommune Einblick nehmen in die Akten der Staatsanwaltschaft. Derzeit wartet der DH auf eine neue Lizenz. Seine Gladbacher Einsätze in der Notfallrettung (rund 2000 im Jahr) und rund jährlich 12000 beim Krankentransport werden derzeit vom Lizenzgeber Stadtverwaltung geduldet, wie es heißt. Der DH ist auch in Viersen aktiv.

Mitarbeiter erhalten Insolvenz-Ausfallgeld

Am Mittwoch, ab 14 Uhr, trafen sich der fünfköpfige DH-Vorstand mit Schumann und Bunkowitz sowie der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Peer Jung, zum Krisengespräch.

Dabei ging es um die Frage, ob der Antrag Schumanns berechtigt ist oder nicht. Während Schumann und Anwalt Jung immer sagten, das Insolvenzverfahren sei nötig, erklärte auch DH-Geschäftsführer Ulrich Bunkowitz noch am Wochenende, der Antrag sei "überflüssig".

Am frühen Abend hieß es dann von DH-Vorstandsmitglied Dieter Breymann, dass der Antrag bestehen bleibt. Umsatzeinbrüche ab Mitte April hätten zu den Finanzproblemen geführt. Bis Anfang September könnte das Insolvenzverfahren eröffnet werden.

Man sehe gute Chancen, den DH auf sichere Beine zu stellen. Das gehe aber offenbar nicht ohne Stellenabbau. Die Löhne der Beschäftigten sind drei Monate über das Insolvenz-Ausfallgeld gesichert. Beim Hilfsdienst laufe "der Betrieb normal weiter."

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