Die Polizei trennte die 130 Demonstranten von „MG steht auf“ und die rund 300 Gegendemonstrantenerfolgreich.

Die Gegendemonstration von „Mönchengladbach stellt sich quer“ war in zahlenmäßiger Überlegenheit gegenüber den Rechtspopulisten.
Die Gegendemonstration von „Mönchengladbach stellt sich quer“ war in zahlenmäßiger Überlegenheit gegenüber den Rechtspopulisten.

Die Gegendemonstration von „Mönchengladbach stellt sich quer“ war in zahlenmäßiger Überlegenheit gegenüber den Rechtspopulisten.

Knappe

Die Gegendemonstration von „Mönchengladbach stellt sich quer“ war in zahlenmäßiger Überlegenheit gegenüber den Rechtspopulisten.

Sie stehen beide auf dem Rheydter Markt. 50 Meter voneinander entfernt. Doch sie trennen Welten. Und ein starkes Polizeiaufgebot genau in der Mitte. „Olé, olé – Mönchengladbach steht auf“ rufen die Rechtspopulisten und bedienen sich dabei der Melodie, die man sonst aus der Nordkurve im Borussia-Park hört. „Siamo tutti antifacista“ und „Anticapitalista“, hallt es von der anderen Seite zurück. Denn bei der Demonstration des Bündnisses „Mönchengladbach stellt sich quer“ gibt es diesmal einen besonders starken Block der Antifa. In schwarzen Klamotten, mit Sonnenbrillen und zum Teil mit schwarzen Kapuzen sind sie gekommen. Einen zieht die Polizei aus dem Verkehr, weil er sich vermummt habe. Ratsherr Torben Schultz (Die Linke) kritisiert das vom Megaphon aus. Und die Antifa-Demonstranten rufen „Deutsche Polizisten – Faschisten“.

Polizeiaufgebot deutlich größer als bei vorherigen Demonstrationen

Ein paar Meter weiter steht der bürgerlichere Teil dieses Bündnisses, unter ihnen mit Hans-Willi Körfges, Gülistan Yüksel, Ulrich Elsen und Felix Heinrichs viel lokale SPD-Prominenz. Sie hören zu, als einer der Redner erklärt: „Der Islam gehört genau so viel oder so wenig zur BRD wie das Christentum.“ Als Motto für die Demonstration hatten die Veranstalter gewählt: „Islamismus und Islamophobie – beides Scheiße.“ Die Demo selbst hat deutlich weniger Agenzwinkern. Auch gegenüber spricht in Sichtweite zum Rathaus ein Ratsherr. Anders als Schultz ward der inzwischen parteilose Dominik Roeseler bei Ratssitzungen schon ewig nicht mehr gesehen. Er lässt die rechten Demonstranten aus unterschiedlichen Parteien und Bewegungen die ganzen Klassiker der Szene skandieren: „Wir wollen keine Salafisten-Schweine“, „Wir sind das Volk“ und „Lügenpresse“. Die Demonstranten auf der anderen Seite des Markts nennt er „links-rot-grün-versifftes Pack“, „alkoholisierte, ungewaschene Vollpfosten“, „Sozialschmarotzer und Hartz-IV-Empfänger“. Sein eigentliches Thema ist die Moschee an der Mittelstraße. Mit dem Druck von der Straße, sagt Roeseler, könne man es noch schaffen, dass die Moschee eingestampft werde.

So viele Demonstranten wie diesmal hatten die Rechtspopulisten bei den letzten Versuchen in Mönchengladbach nie zusammenbekommen. Auch dieses Mal sind einige offenbar aus anderen Städten gekommen. Zum ersten Mal aber stammen sie aus verschiedenen Parteien und rechten Bewegungen. „Wir müssen zusammenhalten“, propagiert denn auch eine der Rednerinnen.

Auf den Straßen in Rheydt war deutlich mehr Polizei unterwegs als bei den letzten Demonstrationen. Und das nicht ohne Grund. Nach den Kundgebungen auf dem Rheydter Markt versuchten einige Teilnehmer zum Rheydter Hauptbahnhof durchzudringen, wo die Rechtspopulisten starteten und endeten. Die Polizei verhinderte dieses Aufeinandertreffen.

Fast drei Stunden kam es in der Rheydter Innenstadt zu erheblichen Behinderungen. Eine Frau mit Rollator will von einem Polizisten wissen: „Wie komme ich denn jetzt an ein Taxi?“ Einen älteren Mann treibt etwas anderes um: „Wie viele Überstunden die Polizisten jetzt machen! In der Zeit hätten sie auch Einbrecher fangen können.“

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