In die ehemalige Kirche in Pesch können Mieter einziehen.

Umbau

Knappe,Jörg (knap), Bild 1 von 2

Mönchengladbach. Wie eh und je prägt der denkmalgeschützte Bau von Herz Jesu die Pescher Straße. Von außen ist kaum erkennbar, dass das mehr als hundert Jahre alte Kirchengebäude jetzt nicht mehr als Gotteshaus dient, sondern zum Wohngebäude umgebaut wurde.

Wer das Gebäude betritt, ist erst einmal überrascht: Der Umbau setzt bewusst auf moderne Baustoffe wie Glas und Stahl und ist betont farbig. Über allem wölbt sich die alte Deckenkonstruktion. Zwischen grünen, gelben und blauen Holzwänden streben immer noch die alten imposanten Säulen nach oben. Der Gesamteindruck: eine gelungene Symbiose aus Alt und Neu.

Umbau

Knappe,Jörg (knap), Bild 1 von 2

Oberbürgermeister Norbert Bude zeigt sich bei der Eröffnungsfeier begeistert: „Das ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie aus einem Gotteshaus eine Heimat für Menschen werden kann.“ Die umgenutzte Kirche stößt auf ein großes öffentliches Interesse. 2500 Mönchengladbacher wollten sie schon sehen. „Viele haben mir erzählt, dass sie in dieser Kirche getauft, gefirmt oder getraut wurden“, sagt Projektentwickler Georg Wilms. Eine Kirche sei eben mehr als nur Wände aus Stein.

Für die Gemeinde Herz Jesu Pesch war es 2007 eine schmerzhafte Entscheidung, ihre Kirche aufzugeben. Doch der Rückgang der Gemeindemitglieder ließ keine andere Möglichkeit. Die Zahl der Katholiken in Pesch hatte sich in den vergangenen Jahrzehnten halbiert.

23 Wohnungen sind auf vier Ebenen entstanden

Die Projektentwickler, die sich des Baus annahmen, hatten einschlägige Erfahrung: Sie hatten bereits in Aachen die Kirche St. Alfons zu einem Bürogebäude umgebaut.

In Herz Jesu Pesch sind 23 Wohnungen auf vier Ebenen entstanden. Zugänglich sind sie über Treppen und Galerien, aber es gibt auch einen Fahrstuhl. Denn das Gebäude und die Wohnungen sind barrierefrei.

Landesmittel in Höhe von 2,3 Millionen Euro sind in den Umbau geflossen: Die Wohnungen sind ein Projekt des sozialen Wohnungsbaus. Deshalb sind die Mieten auch trotz des ungewöhnlichen Ambientes bezahlbar: der Quadratmeter kostet 4,85 Euro. Insgesamt entstanden 1600 Quadratmeter Wohnfläche für rund vier Millionen Euro Umbaukosten insgesamt.

Bei der Umgestaltung wurden nicht nur Denkmal- und Brandschutz berücksichtigt, was schon eine enorme Herausforderung war. Es wurde auch auf Nachhaltigkeit Wert gelegt. So wird Erdwärme genutzt und der Wasserverbrauch durch Brauchwasserrecycling halbiert. Von 23 Wohnungen sind 21 bereits vergeben. Die Mieter ziehen am Wochenende ein.

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