Auf dem Parkplatz Gracht in Rheydt gab es Kundgebungen und ein quietschbuntes Rahmenprogramm.

Regenbogenfahnen bestimmten das Stadtbild.
Regenbogenfahnen bestimmten das Stadtbild.

Regenbogenfahnen bestimmten das Stadtbild.

In Rheydt wurde gefeiert und demonstriert. Ein wichtiges Thema war diesmal die Ehe für alle.

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Regenbogenfahnen bestimmten das Stadtbild.

Mönchengladbach. Trauben von Luftballons bündelten sich farblich zum Spektrum des Regenbogens, längst Symbol von Vielfalt und des Christopher Street Days. Unter diesen Farben hatte sich ein Teil des Parkplatzes an der „Gracht“ in einen Festplatz verwandelt. Hier warb der Christopher Street Day (CSD) Mönchengladbach mit Kundgebungen für das vielfältige Miteinander aller Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung. Von hier aus startete die Demonstration durch Rheydt, und hier wurde nach dem politischen Teil ausgiebig mit buntem und vielfältigem Rahmenprogramm gefeiert. Dirk Brendel war als Mitglied der KG „Leckere Jecken“ und beim CSD als Drag Queen gekommen. Es sei für ihn ein wichtiger Tag, sagt er und betonte seine Hoffnung auf Akzeptanz und Toleranz durch die nun dritte Mönchengladbacher Auflage des Christopher Street Days. Das übergreifende Motto hieß „Unsere Alternative heißt Liebe“. Bereits tags zuvor waren auf dem Rheydter Marktplatz die Regenbogenfahnen gehisst worden. Zum Marktplatz und später wieder zurück zur „Gracht“ führte auch die Demonstration. Eingereiht hatten sich auch Marco Gruber und seine Mitstreiter von der Kampagne „Herzenslust“. Sie waren aus Düsseldorf angereist und setzten mit pinken Hosen und Hüten einen weiteren Farbakzent. Mit den Demonstrierenden zog auch die Gladbacher Bundestagsabgeordnete Gülistan Yüksel (SPD).

Kritik gab es am Programm des G-20-Gipfels

„Wir wollen aufmerksam machen, auf Missstände und auf unsere Rechte hinweisen. Die Ehe für alle ist verabschiedet, doch es gibt noch Diskriminierung am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft. Wir wollen auch über den Tellerrand von Deutschland hinwegsehen“, sagte CSD-Vorsitzender Markus Schnorrenberg. Auf der Bühne gab er sich zum politischen Teil im Dialog mit der Vorsitzenden Nadine John-Reuen kämpferisch. Sie kritisierten etwa, dass Folter und Verfolgung von Schwulen, Lesben und Transsexuellen in etlichen Ländern nicht Thema des G-20-Gipfels gewesen wären. Anders als im vergangenen Jahr verzichteten sie auf eine Podiumsdiskussion mit politischen Abgeordneten. „Wir wollen keine schönen Versprechungen im Wahljahr, sondern ein Handeln nach der Wahl“, rief John-Reuen. Die Schirmherrschaft hatten Carolina Brauckmann und Georg Roth von der Landesfachberatung Gleichgeschlechtliche Lebensweisen in der Seniorenarbeit NRW übernommen.

Roth versprach für Entschädigungen derer zu kämpfen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung nicht verurteilt, aber benachteiligt wurden. Brauckmann warb: „Mischt euch ein. Die Bündnisarbeit macht viel Spaß“. Die KG „Leckere Jecken“ war mit einem Informationsstand vertreten. Peter Breuer, Sänger des Kult-Trios Lecker’ LaLaBoys, schaute über den Platz. „Der ist für den CSD sehr schön, zwar etwas ab vom Zentrum, doch das Konzept ist gut, alle Infostände sind gut einsehbar“ lobte er. Im vergangenen Jahr hatte Sozialdezernentin Dörte Schall die Schirmherrschaft für den CSD übernommen. Dieses Mal war sie in Anspielung auf das neue Ehegesetz als Braut gekommen.

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