Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen zu mutmaßlichen Pflege-Skandalen immer noch nicht abgeschlossen.

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Hier geht es nicht um Versäumnisse und Fehler bei der Betreuung älterer Menschen. Hingegen hat in Gladbach die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.

Hier geht es nicht um Versäumnisse und Fehler bei der Betreuung älterer Menschen. Hingegen hat in Gladbach die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.

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Hier geht es nicht um Versäumnisse und Fehler bei der Betreuung älterer Menschen. Hingegen hat in Gladbach die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.

Mönchengladbach. Die Staatsanwaltschaft ermittelt immer noch, und die Caritas ist dabei, die „unrühmlichen Vorfälle“ aus dem vergangenen Jahr aufzuarbeiten. Dazu gehört ein neuer Chef des Verbandes mit rund 600 Mitarbeitern, der entweder „kurzfristig“ oder zur Jahresmitte an der Albertusstraße 36 tätig wird.

Nach WZ-Informationen haben sich die Verantwortlichen des katholischen Wohltätigkeitsverbandes auf einen „Mann um die 42 Jahre“ geeinigt, der die Nachfolge des geschassten Caritas-Direktors Otto Nieswand antreten soll. Nieswand musste nach gravierenden Pflegeversäumnissen im Caritas-Haus Giesenkirchen, aber wohl auch in Hehnerholt gehen. Er wurde wie Pflege-Chefin Petra Broekmann freigestellt.

Der Vertrag ist noch nicht unterschrieben

Der Neue kommt aus einem Caritas-Verband innerhalb NRWs und hat dort bislang nicht gekündigt. Geschäftsführer und Arbeitgeber hätten den Arbeitsvertrag noch nicht unterschrieben, das könne aber „jeder Zeit“ erfolgen. Eine offizielle Stellungnahme der Caritas zu der Personalie gab es gestern nicht, nächste Woche werde man die Öffentlichkeit informieren, hieß es gestern.

Auf die gut bezahlte Stelle des leitenden Direktors hatten sich bis zu 60 Bewerber gemeldet. Etwa sechs waren dann zum Vorstellungsgespräch in kleiner Runde erschienen. Angeblich war darunter keine Frau.

Der kirchliche Verband, der nicht nur Altenheime betreibt, hat an den Skandalen schwer zu knabbern. In mindestens 17 Fällen ermittelt bzw. ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen Mitarbeiter und Verantwortliche der Caritas. Zuletzt sollen die Ermittler in fünf dieser Fälle die Akten geschlossen haben – dort werde es keine strafrechtliche Verfolgung geben.

Die Polizei hatte vor Monaten Pflegeheime der Caritas, aber auch anderer Träger (z.B. DRK und Awo) durchsucht und Akten beschlagnahmt. Details wie die Namen der Einrichtungen oder Träger wurden damals angesichts laufender Ermittlungen nicht bekannt gegeben. Staatsanwaltschaft und Polizei sprachen lediglich von „Pflegeeinrichtungen unterschiedlicher Träger“.

Mindestens 27 strafbare Handlungen?

Hintergrund für die Durchsuchungen waren seit Juli laufende Ermittlungen wegen drei Strafanzeigen gegen die Caritas. Eine Angehörige hatte nach dem Tod ihres 85 Jahre alten demenzkranken Vaters in einem Caritas-Pflegeheim in Hehnerholt Anzeige erstattet. Das gleiche tat ein Arzt, weil eine seiner Patientinnen im Caritas-Heim Giesenkirchen aus seiner Sicht in Lebensgefahr geraten war, weil eine Wunde nicht ordnungsgemäß verpflegt wurde.

Es ging um „rund 40 Fälle“ möglicher strafbarer Handlungen, sprich: Körperverletzung oder fahrlässige Tötung. Denn es werde wegen mehrerer Todesfälle ermittelt.

Ein Fall, bei dem die Staatsanwaltschaft tiefer eingestiegen ist, ist der einer Frau, die im Juli 2010 in einem Pflegeheim verstarb. Ihr Sohn soll ausgesagt haben, er habe sie bereits zwei Jahre zuvor aus einer Einrichtung geholt, weil sie dort in einem immer schlechteren gesundheitlichen Zustand gewesen sei. Eine private Kurzzeitpflegeeinrichtung in Rheindahlen soll ebenfalls Besuch von der Polizei bekommen haben.

Laut Oberstaatsanwalt Peter Aldenhoff werden von den knapp 40 bekannten Vorfällen noch 27 weiterverfolgt. Die übrigen seien beispielsweise verjährt. Ein Ende der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ist nach Angaben Aldenhoffs „nicht in Sicht“.

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