Der Bahnhof ist in keinem guten Zustand. Nun soll ihn eine neue Verkehrsführung entlasten.

ZOB
Abgesplitterte Bürgersteige und herausgerissenes, unebenes Pflaster sorgen für Stolperfallen beim Ein- und Aussteigen.

Abgesplitterte Bürgersteige und herausgerissenes, unebenes Pflaster sorgen für Stolperfallen beim Ein- und Aussteigen.

Bei seinem Bau kostete das graue Drahtgeflecht 13 Millionen Euro.

Jörg Knappe, Bild 1 von 2

Abgesplitterte Bürgersteige und herausgerissenes, unebenes Pflaster sorgen für Stolperfallen beim Ein- und Aussteigen.

Mönchengladbach. Absenkungen in den Zufahrten, Wackel-Pflaster, geborstene Pflanzkübel auf den gläsernen Dächern – der Zentrale Omnibus-Bahnhof (ZOB) ist 13 Jahre nach seiner Eröffnung in keinem guten Zustand. Viel ändern wird sich daran vorerst nichts. Dieter Harre vom Busbetreiber NEW sagt: „Wir kennen die Schäden und reparieren sie nach Bedarf.“

Harre weiß, dass auf Dauer etwas passieren muss. Die vom Architekturbüro Schmitges entworfene Drehscheibe kostete rund 13 Millionen Euro. Sie besteht aus einem Geflecht grauer Stahlelemente und schrägen Glasdächern, die teils bepflanzt und teils mit Buntglas ausgestattet sind. Doch das Grün sprießt längst nicht mehr üppig. Winterungsbedingt zerbarsten die Pflanzkübel. Neues Grün werde nicht gepflanzt, sagt Harre. Und Abgestorbenes entfernt.

900 Busse pendeln täglich über den Bahnhof

So richtig von den Bürgern angenommen wurde das „kühl graue Ungetüm“ nie, wenngleich hier 900 Busse und mehr täglich hin- und herpendeln. Nicht nur die Bereiche der Längsbussteigen sind ein Problem geworden. Auch die gepflasterte Trasse rund um den ZOB am Haus Westland ist voller Schäden – die Folge der tonnenschweren Busse und des starken Individualverkehrs.

Nun hat die Stadtverwaltung einen bereits 2007 gefassten Beschluss umgesetzt, der den Individualverkehr zumindest aus einer Richtung heraushalten soll. Verkehrsteilnehmer aus Richtung Krefelder Straße müssen ausweichen – Rechtsabbiegen auf die Eickener Straße und von dort auf die längst auf vier Spuren ausgeweitete Steinmetzstraße; außerdem auf die Heinrich-Sturm-Straße.

Hier ist ein Linksabbiegen Richtung Bahntunnel nicht möglich – Einbahnstraße. Folglich fahren sie zur Eickener Straße und dort auf die Steinmetzstraße. Dass die veränderte Verkehrsführung viele irritiert und zu waghalsigen Wendemanövern führt, entgeht keinem Beobachter. Harre begrüßt die neue Regelung, entzerre sie die Verkehrssituation doch zu Gunsten des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs.

NEW drängt auf Asphaltierung, wenn Busse weiterfahren

Derzeit rollen nicht nur Busse, sondern auch Fertig- und Flüssig-Beton-Laster fahren zur Großbaustelle MG-Arcaden über die Hindenburgstraße. Die Schäden werden deshalb in Zukunft vermutlich noch größer.

Gemeint sind die Busse. Und wann soll der ZOB saniert werden? Bei den Fahrbahn-Mängeln beispielsweise warte die NEW eine politische Entscheidung ab, sagt Harre. Auch auf der nahe zum ZOB gelegenen Fußgängerzone Hindenburgstraße sind die Spuren des Busbetriebs unübersehbar. Absenkungen und wackelnde Pflastersteine gibt es auch hier.

Noch ist die Diskussion, die ÖPNV-Großtaxen aus der Hindenburgstraße zu nehmen (und beispielsweise auf die Steinmetzstraße zu verlegen) oder sie auf der City-Meile einzuschränken, nicht abgeschlossen. Ein Gutachter soll eine Antwort finden. Sollte es beim Busbetrieb auf der Hindenburgstraße bleiben, drängt die NEW darauf, die Trassen zu asphaltieren – sowohl die Hindenburgstraße bis zum Alten Markt als auch die ZOB-Bereiche.

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