Bei einer Info-Runde des Investors NEW äußerten sich zahlreiche Gladbacher kritisch.

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Der Versorger NEW plant Windräder im Westen der Stadt.

Der Versorger NEW plant Windräder im Westen der Stadt.

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Der Versorger NEW plant Windräder im Westen der Stadt.

Mönchengladbach. Die Wellen schlagen schon hoch, obwohl die Planung von vier Windkraftanlagen im Westen von Mönchengladbach noch gar nicht richtig begonnen hat. Das wurde jetzt bei einer Informationsveranstaltung für die Bürger im Gasthaus „Zum Stefanus“ in Mennrath deutlich.

Einige der rund 80 Teilnehmer äußerten ihre Sorgen über die zu geringen Abstände zu ihren Häusern und den damit verbundenen Lärm. Sie wiesen auf schützenswerte Tiere wie Waldeulen und Fischreiher hin und befürchteten einen Wertverlust ihrer Häuser und Grundstücke.

Planer versuchen, die Menschen zu beruhigen

Markus Palic, Geschäftsführer der NEW Re GmbH, und Harald Schmitz vom Ingenieurbüro BMR Energy Solutions, versuchten, die Bürger zu beruhigen. „Wir befinden uns in der Vorplanung. Es handelt sich um kein offizielles Verfahren. Wir stellen ihnen die Flächen vor, die für Windkraftanlagen geeignet sind“, sagte Palic. Falls es zum Bau komme, beginne ein Verfahren, das viele Monate dauere, und an dem die Bürger beteiligt würden.

Die Vertreter von NEW und BMR wiesen aber auch immer wieder darauf hin, dass sie sich an die gesetzlichen Vorgaben halten würden. Die vorgeschlagenen Standorte südlich des Hardter Waldes und nördlich des Buchholzer Waldes mit jeweils zwei zirka 150 Meter hohen Windkraftanlagen seien in Mönchengladbach die einzig möglichen, sagte Schmitz. Sie würden in einer Entfernung von 500 bis 750 Metern zu den Ortschaften Mennrath, Hilderath, Baum und Wickrathhahn gebaut.

Der Lärmpegel werde nachts maximal 45 Dezibel betragen. Selbst bei höchstem Winddruck sei das Klappern von Rollläden lauter. Überdies würden die Anlagen von den jährlich möglichen 8760 Stunden nur 2000 in Betrieb sein.

Mennrather schlagen Standort in Wanlo vor

Der Versorger NEW, der die Windräder plant, hat eine Informations-Plattform für Bürger eingerichtet. Dort können alle ihre Wünsche, Anregungen und Kritik äußern und sich mit den Planern des Projekts austauschen. Die Plattform ist zu finden unter:
www.windkraft-in-mg.de

Derzeit werden in Mönchengladbach 3,4 Prozent des Stroms durch regenerative Energien erzeugt. Mit den vier neuen Windkraftanlagen würde sich der Anteil auf rund fünf Prozent erhöhen. Es würden laut der NEW 10 000 bis 15 000 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart.

Der von einigen Teilnehmern befürchtete Schlagschatten der Anlage werde auf höchstens 30 Minuten täglich auftauchen. Einige Bürger schlugen vor, alternativ in Wanlo einen Windpark einzurichten, weil dort bereits mehrere Anlagen betrieben werden, oder einige Kilometer weiter westlich zu bauen. „Da wohnt keiner“, sagte ein Mennrather Bürger. Andere empfahlen, die Entwicklung im Rheindahlener Hauptquartier (JHQ) abzuwarten, um dort zu bauen.

Die Windkraftanlagen südlich des Buchholzer Waldes könnten frühestens Ende 2014 in Betrieb gehen. Sie hätten eine Laufzeit von 20 Jahren. Bereits am Montag hatten die Planer im „Haus Heiligenpesch“ die Bürger informiert, die im Einzugsgebiet der südlich des Hardter Waldes geplanten Anlagen wohnen. Die zirka 80 Teilnehmer hatten ähnliche Bedenken geäußert wie die Teilnehmer in Mennrath.

Am Ende der Veranstaltung fand Palic versöhnliche Worte. „Ihre Anregungen und Ihre Kritik werden bei den weiteren Planungen eine wichtige Rolle spielen“, sagte er.

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