Der OB setzt damit die Ampel unter Druck. Der Bebauungsplan soll am Dienstag die erste Hürde nehmen.

Wanlo

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Mönchengladbach. OB Norbert Bude (SPD) hat mit seiner Empfehlung, den Bebauungsplan für die umstrittene Biogasanlage in Wanlo durchzuwinken, die Ampel-Mehrheit mächtig unter Druck gesetzt. Die ist nämlich in der Frage des Gas-Erzeugers zerstritten. So wird die bündnis-grüne Stadtratsfraktion, Partner der rot-gelb-grünen Liaison, das Projekt ablehnen – und damit das Basis-Nein einer Mitgliederversammlung übernehmen. Das sagte Fraktionsgeschäftsführer Werner Hoek.

Ein Kraftakt auf über 300 Seiten

In der SPD zeichnet sich eine Zustimmung ab, wenngleich die Genossen am Freitag in einer Veranstaltung Gegner und Befürworter hören wollen. Am darauffolgenden Montag soll dann ein „kleiner Parteitag“ sagen, wo es langgeht. Die Liberalen wiederum haben den 12. Februar zu ihrem (Biogas-)Tag der Entscheidung gemacht. Die CDU ist weiterhin unentschlossen.

Heute wollen Ampel-Vertreter eine gemeinsame Linie in Sachen Biogas festlegen. Das dürfte angesichts der Vorzeichen schwierig sein.

In einem überraschenden Kraftakt und mit der Hilfe eingekaufter Sachbearbeiter hat die Stadtverwaltung die mehr als 1300 Einwendungen gegen das Biogas-Vorhaben bearbeitet – und vom Tisch gefegt. Denn die Stadtspitze empfiehlt die Annahme des Bebauungsplans (BP). Am Dienstag, 14.30 Uhr, wird der BP samt Anhang – gut 300 Seiten mit Antworten der Stadt auf die vielen kritischen Stellungnahmen vor allem aus Wanlo – erstmals in der Bezirksvertretung West behandelt. Die Politiker tagen im Wickrather Rathaus.

Zweieinhalb Stunden später ist das Projekt von NVV AG und zahlreichen Landwirten zentrales Thema im Gremium für Planen/Bauen: ab 17 Uhr, Ratssaal im Rheydter Rathaus.

Listen lagen auch beim Kinderarzt

Der von Bude vorgegebene Zeitplan für das Projekt dürfte ganz nach dem Geschmack der Investoren sein. So hatte der NVV-Vorstand erklärt, dass eine Entscheidung des Stadtrates am 23. Februar notwendig sei. Bei einem Votum zu einem späteren Zeitpunkt wolle man die Anlage nicht mehr bauen. Nun sieht es danach aus, dass am 23. Februar tatsächlich die Entscheidung fällt. Welche auch immer.

Für ihre Investitionen erwarten die Betreiber Zuschüsse aus dem erneuerbare Energiegesetz. Der für die Energieproduktion notwendige Mais wird derzeit hoch subventioniert. Die Kreisbauernschaft als Befürworter der Wanloer Pläne hat 2700 Unterschriften von Ja-Sagern gesammelt. „Wir sind positiv überrascht und sammeln jetzt nicht mehr“, sagt Geschäftsführer Peter Herzogenrath.

Die Bürgerinitiative Wanlo (BI), die die Anlage verhindern will, kritisiert die bäuerliche Unterschriftenaktion. Nur ein Drittel der Unterstützer stammten aus Gladbach, selbst beim Kinderarzt in Rheydt hätten Listen der Landwirte ausgelegen. Sollte der Stadtrat den Biogas-Erzeuger möglich machen, strebt man ein Normenkontrollverfahren mit einem möglichen Baustopp an, sagt Alfred Brücher von der BI.

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