Nach dem Umzug kann sich der OB nur kurz im Karstadt-Turm verschanzen.

Rheydt
Vor der Eroberung des Stadtschlüssels sahen sich Tausende Narren den Rheydter Rosenmontagszug an.

Vor der Eroberung des Stadtschlüssels sahen sich Tausende Narren den Rheydter Rosenmontagszug an.

Auch bei den Veedelszöch war einiges los: In Hardt trieben Piraten ihr Unwesen und in Wanlo waren Indianer auf dem Rasenmäher unterwegs.

Auch bei den Veedelszöch war einiges los: In Hardt trieben Piraten ihr Unwesen und in Wanlo waren Indianer auf dem Rasenmäher unterwegs.

Norbert Bude (l.) hatte gegen Niersia Dagmar, Prinz Rolf III. , Kinderprinzessin Sonja und Kinderprinz Mirco (vo. v.l.) keine Chance. Fotos (4): Knappe

Jörg Knappe, Bild 1 von 4

Vor der Eroberung des Stadtschlüssels sahen sich Tausende Narren den Rheydter Rosenmontagszug an.

Rheydt. So sehen Sieger aus. 44 Bälle mussten eingefangen werden, so lautete die Wette zwischen Norbert Bude und dem MKV-Chef Bernd Gothe. Ganze 120 gingen dem Oberbürgermeister und seiner Stadtgarde ins Netz. Die Gegner lachten noch über die „Fliegenfänger mit den Schmetterlingsnetzen“, da jubelte der Stadtchef schon: „Wir haben gewonnen. Du kannst schon mal die Uniform rausholen“. Verlierer Gothe muss nun in einer historischen Polizeiuniform den Verkehr in Rheydt regeln: „Ich werde stundenlang im Kreis fahren, damit du was zu tun hast“, versprach Bude.

„Wir werden euch auf den Kopf steigen.“

Bernd Gothe, MKV-Chef zu OB Norbert Bude

Sein Triumph sollte nur von kurzer Dauer sein. Gothe hatte zwar die Wette, aber nicht den verbalen Schlagabtausch und schon gar nicht den Kampf um die Stadtherrschaft verloren: „Wir werden euch auf den Kopf steigen“, drohte Gothe.

Da nützte es auch nichts, dass sich Oberbürgermeister und Stadtgarde bei klirrender Kälte mit dem Stadtschlüssel hoch oben auf dem Karstadtturm verschanzten. Der Sturm aufs Rathaus fiel aufgrund der Baustelle am Marktplatz diesmal aus. Nach dem Rheydter Rosenmontagszug rückten die närrischen Garden stattdessen von der Stresemannstraße aus unerbittlich an. „Hier kommt keiner rein und raus“, behauptete Bude aus luftiger Höhe.

Mit ohrenbetäubenden Böllerschüssen und dem Versprechen „Haribo für alle“ zu stiften, versuchte er die angreifenden Narren aus dem Konzept zu bringen. „Die Große Rheydter Prinzengarde sieht ängstlich aus“ und „ihr seid ja völlig orientierungslos“, frohlockte Bude zwischenzeitlich und musste am Ende doch kampflos die weiße Fahne hissen. „Wir haben die Prinzenpaare als unsere beste Waffe“, triumphierte der Chef der Narren.

Nierisa Dagmar und Rolf III. stiegen unter dem Beifall des närrischen Volkes die Treppe zu den Höhen der Politik auf und nahmen dem Oberbürgermeister den Stadtschlüssel aus den Händen. Der Sturm blieb aus: „Politiker machen doch immer Wind“, fand Gothe. Obwohl ihnen der Sieg in die Hände fiel, strotzten die Tollitäten vor Selbstbewusstsein:

Polizeisprecher Jürgen Lützen klang am Montag selbst ein wenig erstaunt, als er sagte: „Es ist nichts vorgefallen. Auch bei den Veedelszöch am Wochenende nicht.“ In der ganzen Stadt haben die Jecken friedlich gefeiert. Die Polizei hatte bisher einen „äußerst ruhigen“ Karneval.

Bis Aschermittwoch übernehmen die Narren die Herrschaft im Rathaus: „Ich erwarte die Stadtkasse prall gefüllt wieder zurück“, betonte Bude.

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