Polizisten verhafteten gestern einen 39-Jährigen aus Wegberg. Er soll 18 Banken überfallen haben, auch in Gladbach, Willich, Viersen und Nettetal.

Mit Fahndungsfotos suchte die Polizei nach dem Serien-Bankräuber.
Mit Fahndungsfotos suchte die Polizei nach dem Serien-Bankräuber.

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Polizei

Mit Fahndungsfotos suchte die Polizei nach dem Serien-Bankräuber.

Neuss. Fahndungserfolg für die Sonderkommission „Brille“ und ihren Leiter Ulrich Jacobs: Nicht einmal einen Monat nach Bildung der Soko konnten die Neusser Beamten gestern in Wegberg-Dahlheim einen 39-jährigen Mann aus dem Kreis Heinsberg unter dringendem Tatverdacht festnehmen.

Der Täter trug bei seinen Überfällen auffällige Brillen

Der Tatverdächtige soll 18 bewaffnete Banküberfälle begangen haben, die im Zeitraum vom 29. Oktober 2014 bis zum 14. April zwischen Ostfriesland und Saarland verübt wurden, darunter mehrere in Mönchengladbach und dem Kreis Viersen. Ob ihm auch noch zwei oder gar drei weitere Taten anzulasten sind, wird derzeit noch überprüft. „Es dauert immer, bis man alle Akten zusammenhat“, erklärt Jacobs. Weitere Details dazu kann die ermittelnde Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Düsseldorf vielleicht schon am Montag sagen. Für 11 Uhr hat sie eine Pressekonferenz anberaumt.

Der Verdächtige soll unter anderem am 19. Januar in Schaag, am 21. Januar in Neersen und in Mönchengladbach-Hockstein, am 8. April in Viersen und Odenkirchen sowie am 14. April in Waldniel zugeschlagen haben.

Zwei weitere Taten vom Dezember 2014 geschahen im Rhein-Kreis Neuss. Das gab mit den Ausschlag dafür, dass Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt (LKA) die fünfköpfige Soko bei der Kripo Neuss bildete und mit Experten vom Dezernat Raubüberfälle und Falschgeld besetzte. Die hatten sich zudem durch die Ermittlungen gegen die äußerst brutal vorgehende „Pfefferspray-Bande“ empfohlen. Deren Boss wird gerade vor dem Landgericht Düsseldorf wegen 24 Überfällen der Prozess gemacht.

Bei der Festnahme wurde eine Person verletzt

Der Schwerpunkt der Überfälle von „Brille“ liegt im Rheinland. Seit gestern ist klar, warum: Der mutmaßliche Täter lebt im Kreis Heinsberg. Auf seine Spur war ihm die Polizei auch mit Hilfe von Fallanalytikern des LKA gekommen, die seine Bewegungen nachzuzeichnen versuchten und sich auch der Frage zuwandten, warum es sich bei den ersten drei Tatorten um kleine Banken in Autobahnnähe handelte.

Dass „Brille“ ein Einzeltäter sein muss, war Jacobs schnell klar. „Sein Aussehen korrespondiert mit dem Vorgehen“, sagt er. „Ein Einzeltäter hat eine Filiale nie ganz im Blick“, sagt er und erklärt, warum sich der Täter erst wie ein Kunde verhielt und seine Geldforderung am Schalter so leise und „diskret“ stellte, dass andere Kunden vom Überfall nichts mitbekamen.

Und er maskierte sich nur mit Kappe, Perücke und Brille. Jacobs: „Wer sich vor der Bank maskiert läuft Gefahr, beobachtet zu werden.“ Dann ist die Polizei schnell da und die Bank eine Falle.

Bei seiner Festnahme gestern war der 39-Jährige nicht allein. Die Fahnder aus Neuss machten ihn in Begleitung von drei Personen in einem Auto aus. Der Wagen wurde angehalten, und beim Öffnen der Fahrertür löste sich aus einer Polizeipistole ein Schuss. Splitter einer Scheibe verletzten den 48-jährigen Fahrer im Gesicht, die Kugel traf niemanden. „Die Action kommt am Schluss“, sagt Jacobs. Bei der Festnahme.

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