Der einstige Abwehr-Spezialist Steffen Korell ist ein Team-Manager mit vielen Aufgaben.

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Der gebürtige Pfälzer Steffen Korell fühlt sich bei der Borussia inzwischen heimisch.

Der gebürtige Pfälzer Steffen Korell fühlt sich bei der Borussia inzwischen heimisch.

Dieter Wiechmann

Der gebürtige Pfälzer Steffen Korell fühlt sich bei der Borussia inzwischen heimisch.

Mönchengladbach. Die Karriere als Profi-Fußballer bei Borussia Mönchengladbach hat Steffen Korell vor einigen Jahren beenden müssen: Ein Knorpelschaden im Knie ließ dem ehemaligen Abwehrspieler im Februar 2005 keine andere Wahl.

Dem VfL ist der inzwischen 38 Jahre alte Familienvater aber dennoch erhalten geblieben. Korell arbeitete nach dem unfreiwilligen Karriere-Aus zunächst ein Jahr in der Marketingabteilung, ehe er vom damaligen Sportdirektor Peter Pander zum Teammanager befördert wurde.

"Am Anfang war ich ausschließlich für organisatorische Dinge rund um die Mannschaft verantwortlich. Ich habe mich um neue Spieler gekümmert, ihnen bei der Wohnungssuche oder bei Behördengängen geholfen, den Einstieg erleichtert", erzählt Korell im Gespräch mit unserer Zeitung.

"Ich bin ein Typ, der gerne langfristig bei einem Verein arbeitet."

Steffen Korell

Auch im Trainingslager der Gladbacher im spanischen La Cala de Mijas geht so gut wie nichts neben dem Platz ohne ihn. Meist hat Korell sein iPhone oder irgendein anderes Handy am Ohr und schaut, das immer alles vor Ort so umgesetzt wird, wie Cheftrainer Michael Frontzeck und der Betreuer-Stab sich das Vorstellen.

Sein Auftreten wirkt authentisch, der Ton im Gespräch mit den Mitarbeitern klingt höflich. Er sei ein Teamplayer, nicht so emotional wie zu Profi-Zeiten.

Er wurde am 27. Oktober 1971 in Zweibrücken in der Südwestpfalz geboren. Korell galt früher als Defensivallrounder.

1990-1995: FC 08 Homburg (130 Spiele/7 Tore), 1995-2000: SC Freiburg (97/4), 2000-2005: Borussia Mönchengladbach (80/1).

"So ein Trainingslager erfordert eine intensive Planung. Wir haben schon im August 2009 überlegt, was wir im Winter machen wollen. Als dann klar war, wohin es geht, bin ich Ende September nach Malaga geflogen, habe mir alles angeschaut, geprüft, ob alles so ist, wie Michael Frontzeck es haben möchte."

Zur Organisation eines Trainingslagers zählen eine wochenlange Planung, viele, viele Gespräche, zahlreiche Flugmeilen und natürlich auch "ein fünfstelliger Betrag". Wie hoch die Kosten genau sind, möchte Korell aber nicht verraten: "Da muss man einfach den Kosten-Nutzen-Faktor sehen. Wenn zu Hause wegen der Witterung mehrere Trainingseinheiten ausfallen müssen, dann ist das im Profi-Sport eine Katastrophe. Die Garantie, um diese Jahreszeit vernünftig trainieren zu können, hat halt einen gewissen Preis."

Bei Bundesliga-Spielen sitzt er meist auf der Presse-Tribüne

Doch nicht nur als Organisator hat Korell seinen Platz im "Kompetenzteam Sport", zu dem noch Sportdirektor Max Eberl und Michael Frontzeck zählen, gefunden. Seit zwei Jahren ist er vor allem auch neben Eberl für das Scouting zuständig, beobachtet Spieler, stellt Kontakte her.

Bei Bundesliga-Spielen sitzt er meist hoch oben auf der Pressetribüne, nutzt die gute Sicht und unterstützt Trainer Frontzeck bei der Spielanalyse.

"Keine Frage, ich bin ein Borusse geworden. Mein Sohn ist in Gladbach geboren, meine Frau fühlt sich wohl am Niederrhein, wir haben ein Haus in Windberg. Ich bin ein Typ, der gerne langfristig bei einem Verein arbeitet", sagt Korell. Auch die Borussia will Korell so lange wie möglich halten und hat ihn deshalb mit einem unbefristeten Vertrag ausgestattet.

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