Eine Sportart, bei der es nicht ganz ausreicht, eine ruhige Hand zu haben. Vielmehr spielen vor allem auch Kraft und Konzentration eine Rolle.

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Eine Kombination aus Körperbeherrschung und Kopfsache ist Bogenschießen. Das zeigten die Sportler im Schulzentrum am Vossenbäumchen.

Eine Kombination aus Körperbeherrschung und Kopfsache ist Bogenschießen. Das zeigten die Sportler im Schulzentrum am Vossenbäumchen.

Jörg Knappe

Eine Kombination aus Körperbeherrschung und Kopfsache ist Bogenschießen. Das zeigten die Sportler im Schulzentrum am Vossenbäumchen.

Mönchengladbach. Pfeil einlegen, Bogen spannen und zielen. Was früher allein nützliches Hilfsmittel zur Beschaffung von Nahrung darstellte, ist heute nicht nur ein Hobby, sondern auch eine Sportart.

Eine Sportart, bei der es nicht ganz ausreicht, eine ruhige Hand zu haben. Vielmehr spielt vor allem auch die Kraft eine Rolle. Deshalb lassen es die Schützen der acht Mannschaften, die zuerst in der Regionalliga West und anschließend in der Bundesliga Nord gegeneinander antreten, erst einmal ruhig angehen.

Zuerst ist Warmmachen und Dehnen angesagt

Warmmachen und Dehnen der Arme und des Schulterbereichs sind angesagt. Im Gegensatz zu dieser Ruhe, verläuft das Einschießen anschließend eher chaotisch ab.

Während die Schützen des Rheydter TV-2 sich auf die 18 Meter weit entfernten Zielscheiben einstellen, schallen immer wieder hektische Rufe durch die Halle des Schulzentrums in Hardt, und beim Einsammeln der Pfeile stolpert ein aufs andere Mal das Team Neu-Isenburg über die Punkttafel.

Doch nach fünf Übungsvorgängen ist es schließlich so weit: Schnell werden die letzten leisen Ratschläge erteilt, ehe jeweils der erste Schütze der Mannschaft zum Beginn der Regionalliga West vortritt, noch einmal tief durchatmet und sein Ziel anvisiert.

,,Wir fangen schwach an und bauen stark ab", sagt Fachwart des Rheydter TV, Günter Mühlen, lachend, als der erste Pfeil einen der roten Ringe der Zielscheibe trifft. Ein anerkennendes Nicken erntet der Schütze aber dennoch.

,,Bogenschießen ist eine Kombination aus Körperbeherrschung, Physik und dem, was sich im Kopf abspielt", sagt Michael Mücke. Er fand durch Zufall zu der Sportart und war so begeistert, dass er nun schon seit 22 Jahren Bogenschützen ist.

,,80 Prozent des Sports spielen sich im Kopf ab, Konzentration ist also ganz besonders wichtig", sagt Mücke. So ist es nur verständlich, dass alle Schützen jedes Mal genervt aufstöhnen, wenn ein lautes Tröten von den Zuschauerrängen zu ihnen hinüber schallt. ,,In der Bundesliga ist das nicht erlaubt, in der Regionalliga ist das aber leider in Ordnung", sagt Fachwart Mühlen.

Bei hoher Leistungsdichte kommt es auf ganz kleine Nuancen an

Noch kann der Schütze Michael Mücke in Ruhe neben seinen Teammitgliedern stehen und den Verlauf beobachten. Doch später, in der Bundesliga Nord, muss auch er um den Sieg der Mannschaft kämpfen.

Dort herrsche eine ziemliche Leistungsdichte, es komme also auf ganz kleine Nuancen an. Am Ende erringt der Sherwood BSC Herne den Sieg in der Regionalliga West. Auch in der Bundesliga Nord reicht es für den Rheydter TV nur für den vierten Platz, während der SG Neu-Isenburg sich an die Spitze setzte.

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