Nach der Schlappe in Hessen ärgert sich Meyer über unglaubliche Fehler seiner Elf.

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Marko Marin (l.) war beim 1:4 in Frankfurt einer der besseren Borussen.

Marko Marin (l.) war beim 1:4 in Frankfurt einer der besseren Borussen.

Wiechmann

Marko Marin (l.) war beim 1:4 in Frankfurt einer der besseren Borussen.

Frankfurt. Nur wenige Klubs in der Fußball-Bundesliga haben in dieser Spielzeit so oft verloren wie Borussia Mönchengladbach. Ganze 17 Mal hat der Aufsteiger bereits mit leeren Händen den Platz verlassen, lediglich Cottbus (17) und Karlsruhe (19) weisen eine ähnliche Pleiten-Bilanz nach 28 Spieltagen auf.

Da stumpfen selbst eingefleischte Borussen-Anhänger schon mal ab, auch die jüngste 1:4 (0:1)-Klatsche bei Eintracht Frankfurt dürfte kaum noch jemanden in tiefe Depressionen versetzt haben.

Dennoch wirft der Auftritt bei den Hessen, das vierte sieglose Spiel in Folge, ein neues Licht auf Borussias Chancen im Endspurt um den Klassenerhalt.

Präsentierte sich der Tabellen-16. in den vergangenen Wochen zumindest als spielfreudige und kampfstarke Einheit, so war davon in Frankfurt kaum etwas zu sehen. Dabei begann die Eintracht zunächst völlig verunsichert, musste sich böse Pfiffe und "Funkel-Raus-Rufe" aus dem eigenen Fan-Block gefallen lassen.

Bradley, Colautti, Baumjohann und Dante sind Totalausfälle

Eigentlich ein dankbarer Gegner für eine Mannschaft, die auswärts mit aller Macht den dringend benötigten "Big Point" einfahren will. "Wir haben ein Riesending sausen lassen und dürfen uns jetzt nicht in die eigene Tasche lügen.

Wir müssen jetzt ganz vorsichtig sein und die Ernsthaftigkeit, die man in solch einer Situation braucht, an den Tag legen", kommentierte Borussias Sportdirektor Max Eberl die Vorstellung der Borussia.

Spieler wie Bradley, Baumjohann, Colautti oder Dante entpuppten sich als Totalausfall, von der Auswechselbank kamen auch wenige Impulse - Lamidis Eifer und Neuvilles Pfostenschuss hin oder her.

"Wir haben unglaubliche Fehler gemacht. Sieben oder acht meiner Spieler sind nicht an ein bestimmtes Leistungslimit herangekommen. Wir müssen analysieren, woran das gelegen hat", stellte Hans Meyer nach Spielschluss nüchtern fest.

Borussias Cheftrainer sprach von einem Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten aus der Hinrunde, er habe zudem in der Defensive "unerklärliche Schlafwageneinlagen" wie beim 1:3 ausgemacht, über die noch intern zu sprechen sei.

Für personelle Konsequenzen fehlen Meyer allerdings die Alternativen. Die gibt der qualitativ dünn besetzte Kader kaum her.

Beispiel Rob Friend: Der derzeit verletzte Kanadier gilt zwar als limitiert, ist jedoch Borussias einziger Stoß-Stürmer mit so etwas wie Bundesliga-Format.

Roberto Colautti kann Friend sowohl in der Offensive als auch bei Standards in der Defensive nicht annähernd ersetzen. Erwischen dann Matmour und Baumjohann wie nun in Frankfurt einen ganz miserablen Tag, läuft Marko Marin meist allein durch die gegnerischen Abwehrreihen.

"Das ist schon bitter, wie wir heute verloren haben. Ich habe mir meine Rückkehr nach Frankfurt natürlich anders vorgestellt", sagte Marin, dessen Talent die Eintracht-Trainer einst verkannt hatten.

"Dennoch haben wir noch alles selbst in der Hand, der Klassenerhalt ist immer noch zu schaffen", so Marin weiter. Dafür müssen die Borussen allerdings schleunigst wieder den Sieg-Schalter auf "an" drehen, zumal am Sonntag (17 Uhr) Arminia Bielefeld zum nächsten Abstiegsgipfel in den Borussia-Park kommt.

"Da gibt es kein Wenn und Aber. Gegen Bielefeld müssen wir gewinnen", lautet die unmissverständliche Ansage von Sportdirektor Eberl an die Borussen-Profis.

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