Der Gegner der Borussia am Samstag benötigt nach vier Niederlagen dringend ein Erfolgserlebnis.

Claudio Pizarro hat die Borussia im Hinspiel mit seinem Treffer zum 1:0 auf die Verliererstraße gebracht.
Claudio Pizarro hat die Borussia im Hinspiel mit seinem Treffer zum 1:0 auf die Verliererstraße gebracht.

Claudio Pizarro hat die Borussia im Hinspiel mit seinem Treffer zum 1:0 auf die Verliererstraße gebracht.

dpa

Claudio Pizarro hat die Borussia im Hinspiel mit seinem Treffer zum 1:0 auf die Verliererstraße gebracht.

Bremen. Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach erwartet am Samstag ein unbequemes Heimspiel. Angeschlagene Gegner sind bekanntlich unberechenbar. Und Werder Bremen ist angeschlagen, liegt der Klub derzeit doch hinter den eigenen Ansprüchen zurück.

Nach vier Niederlagen in Folge liegt die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf sechs Punkte hinter Platz Fünf, der die Qualifikation für die Europa League bedeutet. "Mit solchen Leistungen brauchen wir darüber auch gar nicht zu reden", sagte Manager Klaus Allofs nach dem 2:3 gegen Bayern München. Weil es nur vom Ergebnis her eine knappe, gefühlt aber fast schon eine zweistellige Niederlage war. Somit wären für Werder alles andere als drei Punkte in Gladbach ein weiterer Rückschlag. Bislang haben die Bremer das Grün in Gladbach in 42 Anläufen erst zehn Mal als Sieger verlassen - zuletzt am 7. Februar 2004.

Umworbene Spieler sorgen bei Werder Bremen für Unruhe

In der Hinrunde sah es für Bremen noch ganz anders aus. Nach 23 Pflichtspielen ohne Niederlage und dem 6:0 beim SC Freiburg sprachen viele schon von der Geburt einer neuen Meistermannschaft. "Dabei stand dieses Spiel anfangs auf der Kippe. Das überschäumende Lob war also sicherlich überzogen", sagt Allofs.

Und es entwickelte sich zum Bumerang. Denn plötzlich waren die Spieler begehrt. Der Hamburger SV hat angeblich Interesse an Aaron Hunt, und Mesut Özil wird von ausländischen Top-Klubs umworben. Das bringt Unruhe. "Natürlich ziehen die ständigen Spekulationen die Leistung in Mitleidenschaft. Aber sie sind nicht hauptverantwortlich für unsere Niederlagen", so Allofs.

Der 53-Jährige sieht die Misere woanders. "Wir haben das Potenzial, aber wir rufen es nicht ab. Dadurch sind wir nicht zwingend genug, und so ist es eine logische Konsequenz, dass wir verlieren." Oder zumindest nicht gewinnen, denn just seit diesem 6:0 in Freiburg am 21. November ist Werder nun in sechs aufeinanderfolgenden Spielen ohne "Dreier" geblieben. "Das ist nicht unser Anspruch. Damit haben wir uns vor dem Spiel in Mönchengladbach in eine missliche Situation manövriert", sagt Klaus Allofs.

Kein anderes Team in der Bundesliga hat in dieser Saison mehr Spiele mit einem Tor Differenz verloren als die Borussia (sechs). Derart knapp fielen auch die vergangenen fünf Niederlagen der "Fohlen" aus. Debakel In der Saison 1965/66 kassierten die Gladbacher die höchste Heimpleite - 0:7 gegen Bremen. Dieser Sieg war gleichzeitig Werders höchster in einem Auswärtsspiel.

Die Gladbacher kassierten in der laufenden Spielzeit aus der Distanz zehn Gegentreffer - das ist der Ligahöchstwert!

Borussen-Stürmer Raul Bobadilla ist seit nunmehr 917 Minuten ohne Torerfolg in Liga eins

Bremens Neuzugang Marko Marin hat seine Profikarriere in Mönchengladbach (37 Bundesliga-Spiele, vier Tore) begonnen. Der Mittelfeldspieler ging ligaweit in die meisten Dribblings (103) und flankte am häufigsten aus dem Spiel heraus (92 Mal, wie Philipp Lahm).

Bremen hat in der Hinrunde gegen Gladbach mit 3:0 gewonnen. Dabei feierten die Hanseaten das Comeback von Claudio Pizarro, der kurz zuvor von Chelsea verpflichtet wurde und im "Doppelpack" traf. Auswärtsstärke Werder Bremen hat in dieser Saison auswärts mehr Punkte (16) als im heimischen Weserstadion (zwölf) geholt.

Die noch misslicher werden könnte, wenn der Sprung in den Europapokal verpasst wird. "Die Mannschaft ist so konzipiert, dass sie international spielt und muss dementsprechend finanziert werden. Wenn uns der Sprung unter die ersten fünf nicht gelingt, werden wir zwar keinen Akteur abgeben müssen, aber bei Zugängen wird der Spielraum knapp. Mittelfristig müssten wir Ausgaben und Gehälter kürzen", sagt Allofs. Werder steht unter Druck.

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