Abwehrchef Dante bleibt optimistisch. Bailly droht eine Haftstrafe wegen Körperverletzung.

Mönchengladbach. Es ist die haarigste Situation seit Jahren und ausgerechnet Gladbachs Wuschelkopf Dante findet auch noch Gefallen daran. „Je schwieriger die Situation ist, desto motivierter bin ich“, sagt der Abwehrchef und verbreitet selbst mit seinem sympathischen Lächeln nicht mehr als Zweckoptimismus.

Im eigenen Stadion läuft einfach nichts für Borussia Mönchengladbach. 13 Spiele ohne Heimsieg, die fünfte Heimpleite in Folge. So taumelt der Fußball-Bundesligist nach dem 2:3 gegen den VfB Stuttgart, so scheint es jedenfalls, unaufhaltsam dem dritten Abstieg nach 1999 und 2007 entgegen, und sucht vergeblich Halt in Durchhalteparolen und Allgemeinplätzen. Sportdirektor Max Eberl, der sich unerschütterlich zum Trainer Michael Frontzeck bekennt, sagte reflexartig nach der Stuttgart-Pleite: „Wir müssen das ganz schnell vergessen, denn es geht weiter.“

Endspiel um den Klassenerhalt bei Konkurrent FC St. Pauli

Von derart gebetsmühlenartig herunter gepredigten Parolen haben die Fans mittlerweile genug. Den Profis dröhnte der Groll und die Wut der Anhänger nach der Pleite in den Ohren. Letztlich aber, das wissen Eberl und Frontzeck, sind die satten Gehälter der Führungskräfte immer auch eine Entschädigung für geringe Arbeitsplatzsicherheit. Das Versprechen auf Besserungen stetig auf die Zukunft zu vertagen, wird bei nur noch 13 Spielen eine nicht mehr lange durchsetzbare Strategie sein können.

Lange haben sich die Verantwortlichen zwar gegen Endspiele gewehrt. Zum Auswärtsspiel am kommenden Samstag beim FC St. Pauli, einem weiteren Konkurrenten im Abstiegskampf, werden sie dieses Thema nicht mehr vertagen können. Verspielt Gladbach im größten Freudenhaus der Liga endgültig die Chance auf den Klassenerhalt? Nur ein Sieg hält die Gladbacher im Rennen.

Bailly erscheint nicht vor Gericht, Gladbach stellt ihm Attest aus

Gladbachs aufs Abstellgleis abgeschobener Torhüter Logan Bailly musste sich am Montag in Lüttich vor Gericht verantworten. Bailly erschien aber nicht, der Klub hatte ihm ein Attest wegen eines Spezialtrainings ausgestellt. Der Prozess ist auf den 16. Mai vertagt. Dann ist die Saison beendet. Bailly muss sich wegen Körperverletzung verantworten. Am 6. Mai 2008 sollen er und sein Bruder im „Maison du Peket“ bei der Meisterfeier von Standard Lüttich einen Fan im Streit derart auf den Kopf geschlagen haben, dass dieser eine dauerhafte Behinderung davontrug. Bailly droht wegen Körperverletzung eine Gefängnisstrafe bis zu 18 Monaten.

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