Torschütze Cacau (l) jubelt über seinen Treffer zum 1:1-Ausgleich für Stuttgart.
Torschütze Cacau (l) jubelt über seinen Treffer zum 1:1-Ausgleich für Stuttgart.

Torschütze Cacau (l) jubelt über seinen Treffer zum 1:1-Ausgleich für Stuttgart.

dpa

Torschütze Cacau (l) jubelt über seinen Treffer zum 1:1-Ausgleich für Stuttgart.

Mönchengladbach (dpa) - Es war eine aufregende Woche für Claudemir Jeronimo Barreto: Tor beim perfekten Liga-Auftakt gegen Schalke, Kurzeinsatz im Länderspiel gegen sein Heimatland Brasilien, und am Samstag rettete Cacau dem VfB Stuttgart auch noch das 1:1 bei Borussia Mönchengladbach.

Seinen 80. Treffer im 250. Bundesligaspiel genoss der dienstälteste VfB-Profi eher im Stillen. «Cacau war nach dem Länderspiel heiß weiterzuspielen. Man merkt genau, dass er Torgefahr ausstrahlt», sagte VfB-Coach Bruno Labbadia.

Nach dem hochverdienten Ausgleich in der 71. Minute drehte der gläubige Cacau ab, schaute in den Himmel und bekreuzigte sich. «Das war ein wichtiges Tor. Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Ergebnis. Wir standen heute wieder sehr kompakt. Und gerade das haben wir auch in den letzten Monaten der vergangenen Saison gezeigt», meinte der Jubilar, der sich auch für Defensivarbeit nicht zu schade war und sich vorbildlich reinhaute. Gladbachs Kapitän Filip Daems hatte die Gastgeber mit einem umstrittenen Foulelfmeter in Führung gebracht (67.).

Für die gute Leistung und die Moral nur vier Minuten nach dem Rückstand wieder ins Spiel zu finden, wurden die Stuttgarter belohnt - beim 0:1 aber fühlten sie sich verschaukelt. «Das war kein Elfmeter. Der Reus läuft und läuft und der Schiedsrichter fällt darauf rein», schimpfte VfB-Torhüter Sven Ulreich. Auch Trainer Labbadia sprach von einem unberechtigten Strafstoß. «Man kann ihn geben, wenn man ihn nicht gibt, auch okay», gab sogar Borussen-Profi Marco Reus zu, der im Laufduell mit William Kvist zu Fall kam.

Die Gladbacher taten sich eine Woche nach ihrem überraschenden 1:0-Sieg in München schwer gegen eine gefährliche VfB-Elf und hatten in Torhüter Marc-Andre ter Stegen einmal mehr einen wichtigen Rückhalt. «Heute war nicht mehr drin. Es war ein bisschen schwieriger für uns», kommentierte Daems. Vor allem in der Offensive, wo Raul Bobadilla für den verletzten Igor de Camargo erstmals seit mehr als acht Monaten wieder zum Einsatz kam, lief nicht viel zusammen. Reus blieb blass und wurde in der 83. Minute ausgewechselt.

In der Defensive müssen die Gladbacher nach der Gelb-Roten Karte für Roel Brouwers (80.) nun schon den zweiten Innenverteidiger ersetzen. Da das Comeback des Österreichers Martin Stranzl auch beim nächsten Heimspiel am Freitag gegen den VfL Wolfsburg fraglich ist, muss Trainer Lucien Favre die Viererkette wohl umbauen. «Wir haben heute nicht so gut verteidigt wie gegen München», analysierte der Schweizer und mahnte: «Wir müssen von Anfang an um jeden Punkt kämpfen.»

In der Verfassung dürften allerdings beide Teams - anders als in der vergangenen Spielzeit - wenig mit dem Abstiegskampf zu tun haben. «Beide Mannschaften hatten letztes Jahr ein gutes Mentaltraining und haben viel davon mitgenommen. Dass beide Clubs in der Bundesliga bleiben, damit war beim letzten Gastspiel von uns nicht zu rechnen», befand Labbadia. Auch Cacau träumt von besseren Zeiten. «Wir sind auf alles vorbereitet, aber so eine Saison wie die letzte wollen wir nicht mehr erleben», sagte der VfB-Profi.

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