Der US-Nationalspieler sieht sich selbst als Spieler für die Drecksarbeit. Der Erfolg des Teams ist ihm wichtiger als der Glanz des Torjägers.

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Michael Bradley ist bei der Borussia als Stabilisator ein wichtiger Baustein im System von Trainer Michael Frontzeck.

Michael Bradley ist bei der Borussia als Stabilisator ein wichtiger Baustein im System von Trainer Michael Frontzeck.

Kruck

Michael Bradley ist bei der Borussia als Stabilisator ein wichtiger Baustein im System von Trainer Michael Frontzeck.

Mönchengladbach. Michael Bradley hat eine ganz eigene Art, über Fußball zu reden. Es klingt fast martialisch, wenn der US-Amerikaner das Duell Elf gegen Elf auf dem grünen Rasen mit Worten wie "Battle" (Schlacht) und "Fight" (Kampf) umschreibt. "Es sollte für jeden Gegner kein Spaß sein, gegen mich zu spielen - von der ersten Minute an", sagt der 22-Jährige. Zwar findet Bradley mit seiner aggressiven und eher unspektakulären Spielweise selten den Weg in die Liga-Elf des Tages, dennoch zählt er als Stabilisator zu den ganz wichtigen Bausteinen im System von Cheftrainer Michael Frontzeck.

Der defensive Mittelfeldspieler fängt vor der Abwehr zahlreiche Bälle ab, kann einen sogenannten tödlichen Pass spielen, ist zudem auch torgefährlich. Dass die Elf vom Niederrhein nach einer Serie von sechs Niederlagen in Folge (Liga und Pokal) noch eine ordentliche Hinrunde mit 21 Punkten und Platz elf hingelegt hat, liegt auch an der Leistungssteigerung Bradleys.

"Ich bin ein Spieler, der einer Mannschaft helfen kann."

"Ich bin ein Spieler, der einer Mannschaft helfen kann, auch wenn dies wohl fast jeder Fußball-Profi von sich behauptet. Wertvoll ist man aber nur dann, wenn die eigene Leistung dazu beiträgt, dass die Mannschaft Erfolg hat. Das ist mein Ziel, dafür arbeite ich", nennt der US-Nationalspieler im Gespräch mit der Westdeutschen Zeitung seine Qualitäten. "Was nutzen Tore und gute Vorlagen, wenn das Spiel verloren geht? Jedes Team, das erfolgreich ist, braucht Leute, die die Drecksarbeit machen."

Die "Drecksarbeit" hatte Bradley auch bereits in der vergangenen Saison im VfL-Dress an der Seite von Routinier Tomas Galasek übernommen, als unter "Retter" Hans Meyer auf den letzten Drücker doch noch der Klassenerhalt geschafft wurde.

"Da hatten wir einen miserablen Start. Wir standen von Anfang an unten drin, waren immer unter Zugzwang. Da rauszukommen erfordert viel Kraft und mentale Stärke. Am Ende haben wir gezeigt, dass wir diesem Druck gewachsen waren", so Bradley, der inzwischen auch im amerikanischen Nationalteam, das von seinem Vater Bob trainiert wird, eine tragende Rolle einnimmt.

Geboren: 31. Juli 1987 in Princeton (USA)

Nationalität: amerikanisch

Grösse: 1, 86 Meter

Bei Borussia seit: Juli 2008

Frühere Vereine: New York Metro Stars, SC Heerenveen

Bundesliga-Spiele für Borussia: 41 (7 Tore), weitere Spiele: 55 Erstligaspiele in den Niederlanden (15 Tore), 30 Erstligaspiele in den USA (1 Tor), 38 Länderspiele für die USA (7 Tore)

Natürlich werde bei Familientreffen auch viel über Fußball geredet, natürlich sei auch die WM 2010 in Südafrika immer ein Thema. "Das Ziel ist es, die K.o.-Runde zu erreichen. Dafür müssen wir die Vorrunde überstehen, was keine leichte Aufgabe sein wird.

Die Partie gegen England wird ein hartes Stück Arbeit, aber bei einer WM-Endrunde bekommt man ohnehin nichts geschenkt", sagt Bradley. Bis zum WM-Start sei jedoch "noch einiges hin", im Moment zähle nur die Borussia: "Ich muss im Klub meine Leistung bringen und bestätigen, sonst wird es bei der WM nicht funktionieren."

In Gladbach hat Bradley, dessen Marktwert auf rund vier Millionen Euro geschätzt wird, noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2012. Ein vorzeitiger Wechsel, zum Beispiel in die englische Premier-League, dürfte derzeit kein Thema sein.

Vielmehr richtet der US-Boy seine ganze Konzentration auf die am Samstag startende Rückrunde in der Fußball-Bundesliga: "Wichtig ist für uns ein guter Auftakt. Wir müssen versuchen, unseren Level aus der Hinrunde zu erreichen und uns sogar noch zu verbessern. Die Mannschaft hat Potenzial, was wir zum Beispiel gegen Hamburg und Schalke, aber auch gegen Bayern und Leverkusen gezeigt haben. Wir können mitspielen und sind in der Lage, solche Mannschaften zu schlagen."

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