Der Präsident macht weiter und stellt sich den Fragen unserer Redaktion. Bis Ende März soll der Aufsichtsrat Königs für weitere drei Jahre zum Präsidenten wählen, Rainer Bonhof und Siegfried Söllner in den Ämtern als Vizepräsidenten bestätigen.

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Rolf Königs flog am Montag mit 30 Sponsoren zurück nach Gladbach.

Rolf Königs flog am Montag mit 30 Sponsoren zurück nach Gladbach.

Rainer Bonhof, ebenfalls in Spanien, will sich weiter engagieren.

Jörg Knappe und Dieter Wiechmann, Bild 1 von 2

Rolf Königs flog am Montag mit 30 Sponsoren zurück nach Gladbach.

Mönchengladbach. Im Trainingslager an der Costa del Sol präsentiert sich Rolf Königs (68) gut gelaunt, locker und entspannt. "Wir haben hier gute Gespräche mit den Sponsoren darüber geführt, wie es weitergeht. Über Geld-Summen will ich aber nicht reden", sagt der Präsident von Borussia.

Im Luxus-Hotel La Cala Resort, im engen Zirkel, haben die Macher offenbar die Weichen für die Zukunft gestellt. "Der Königs möchte weitermachen, der Bonhof auch", sagt der amtierende Borussen-Boss. Bis Ende März soll der Aufsichtsrat Königs für weitere drei Jahre zum Präsidenten wählen, Rainer Bonhof und Siegfried Söllner in den Ämtern als Vizepräsidenten bestätigen.

Die Kritik auf der Jahreshauptversammlung im Juni habe er "analysiert", so Königs, mit Anfeindungen müsse man in diesem Job rechnen. Er sei froh, dass Bonhof die vorhandene Lücke im Präsidium geschlossen habe, nun wolle man gemeinsam "an der Stabilisierung des Vereins ackern".

Zwar habe der VfL Borussia derzeit nicht vor, auf dem Transfermarkt tätig zu werden, "aber wenn morgen ein Stern vom Himmel fällt, können wir ihn auffangen. Es stehen genügend Mittel zur Verfügung", sagt Königs. Man habe aber auch einige "vielversprechende Talente bei Borussia im Backofen".

Entscheidend für die Zukunft sei vor allem der sportliche Erfolg. Die 21 Zähler, die Cheftrainer Michael Frontzeck mit seiner Mannschaft in der Hinrunde erarbeitete, seien ein wichtiger Schritt gewesen.

Über die hohen Kosten sagte der Präsident nichts

"Wir haben, was diesen Klub angeht, noch Visionen", sagt Königs. Dazu gehöre auch eine verbesserte Infrastruktur rund ums Stadion. Laut Königs haben 2009 im Borussia-Park neben dem Fußball 440 Veranstaltungen stattgefunden, der Umsatz im Merchandising ist auf sieben Millionen Euro, die Mitgliederzahl auf über 43.000 gestiegen. Man stoße daher an gewissen Grenzen.

So sollen "schon bald" gegenüber der Haupttribüne u.a. neuer Fan-Shop, Museum, Reha-Zentrum, Trainingsplätze und eventuell auch eine Sporthalle auf einer Fläche von 50.000 Quadratmetern errichtet werden. Die Grundstücke hierfür hat die Borussia Anfang 2009 erworben. Die Ausschreibungen "an interessierte Bau-Unternehmen" soll bald erfolgen. Über die Millionen-Kosten macht Königs keine Angaben.

Dass beim VfL in absehbarer Zeit ein Groß-Sponsor das Führungs-Ruder übernehmen könnte, darauf will sich Königs nicht einlassen: "Ich bin ein Verfechter der 50+1-Regel." Diese Regel untersagt nach derzeitigen DFL- und DFB-Statuten potenziellen Investoren, die Kapitalmehrheit bei einem Klub zu übernehmen.

Martin Kind von Hannover 96 will diese Regelung per Klage kippen, droht sogar mit dem Gang vor den Europäischen Gerichtshof. "Borussia ist Herr im eigenen Haus, das soll so bleiben. Ich plädiere weiterhin für die zentrale Vermarktung der Fernsehrechte, Einigkeit macht die Liga stark, ich setze in diesen Dingen auf Kontinuität", sagt Königs. Das soll auch für die Borussia gelten.

Hinter Borussias Aufsichtsrat stehen diese sieben Namen: Hermann Jansen (Vorsitzender), Norbert Bocks, Dr. Dirk W. Rosenbaum, Stefan Krebs, Prof. Dr. Reiner Körfer, Prof. Dr. Gunter Konrad und Dr. jur. Karl-Theodor Herfs.

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