Borussia Mönchengladbach vergibt bei Mainz 05 klare Chancen, verliert 0:1 und ist jetzt 13.

Raul Bobadilla (l.) im Zweikampf mit dem Mainzer Torschützen Bo Svensson.
Raul Bobadilla (l.) im Zweikampf mit dem Mainzer Torschützen Bo Svensson.

Raul Bobadilla (l.) im Zweikampf mit dem Mainzer Torschützen Bo Svensson.

Johannes Kruck

Raul Bobadilla (l.) im Zweikampf mit dem Mainzer Torschützen Bo Svensson.

Mainz. In jungen Jahren hat der erfolgreiche Mainzer Trainer Thomas Tuchel immer in Richtung Bökelberg geschaut und dem VfL die Daumen gedrückt. Doch das ist lange her. Als Jupp Heynckes als Trainer die Borussia 1987 gen München verließ, erlosch die Liebe zu Mönchengladbach. Seine ganze Leidenschaft gehört längst Mainz 05, bei dem er vom Deutschen Meister der U19 zum Bundesliga-Coach avancierte und sich im Oberhaus schnell etabliert hat. Insbesondere durch seine Heimstärke hat der Aufsteiger in dieser Saison aufhorchen lassen. Auch am Sonntag wieder.

Ex-Gladbacher Bo Svensson versetzt dem VfL den K.o.

Nach sechs Siegen und drei Unentschieden hing die traumhafte Bilanz im Stadion am Bruchweg allerdings am seidenen Faden. Doch am Ende reichte der Siegtreffer des Ex-Gladbachers Bo Svensson kurz vor der Pause. Die Bilanz hielt also, der Sieg aber war mehr als schmeichelhaft. "Wir haben unglücklich verloren, hatten sechs, sieben Chancen", sagte ein zerknirschter Cheftrainer Michael Frontzeck. "Das ist einfach bitter. Meiner Mannschaft kann ich eigentlich keinen Vorwurf machen, bis auf die Tatsache, dass sie den Ball nicht über die Linie gebracht hat", so der Coach weiter.

Insbesondere im ersten Durchgang stand die Partie in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt ganz im Zeichen Gladbacher Spielkultur und kämpferischer Dominanz. Doch das Tor erzielten die Gastgeber. Nach einer Ecke der Gastgeber parierte Logan Bailly zunächst den Kopfball von Fathi bravourös. Die Situation schien schon bereinigt, als Marco Reus bei dem Versuch, den Ball von der Linie wegzuschlagen, ein Luftloch schlug. Ausgerechnet Ex-Borusse Bo Svensson profitierte von Reus’ Missgeschick und stocherte den Ball über die Linie.

Zuvor hatten sich die Borussen eine Reihe großartiger Möglichkeiten erspielt. Die klarste bot sich dem Argentinier Raul Bobadilla bereits in der vierten Minute, als der Ball nach einem Freistoß von Juan Arango und Mainzer Unachtsamkeit plötzlich vor seinen Füßen lag: Heinz Müller im Mainzer Tor reagierte hervorragend. Doch das Glück, das Bobadilla gegen Bremen (zwei Treffer, zwei Assists) gewogen war, ließ ihn diesmal im Stich.

Levels fehlt nach seiner fünften Gelben Karte gegen Nürnberg

Borussia Mönchengladbach agierte aus einer stabilen Deckung gezielt nach vorn, machte das Spiel und versuchte es auch häufig mit sehenswertem Kurzpassspiel. "Es ist besonders enttäuschend, wenn man als klar bessere Mannschaft ein solches Spiel verliert, aber so ist Fußball", stellte Tobias Levels ernüchternd fest, "aber wir haben nun einmal die Chancen nicht verwertet, das müssen wir uns vorwerfen." Zu allem Übel sah der starke Levels auch noch die fünfte Gelbe Karte und muss am Freitagabend gegen den 1. FC Nürnberg pausieren.

Im zweiten Abschnitt verteidigten die Mainzer mit mehr Biss und Leidenschaft, doch Logan Bailly verlebte weiter einen ruhigen Nachmittag. Die Borussen, nun zunächst nicht mehr so zielstrebig wie vor der Pause, drehten erst wieder auf, als der junge Patrick Herrmann eingewechselt (69.) und Bobadilla durch Fabian Bäcker ersetzt wurde (76.).

Und tatsächlich hing das 1:1 auch in der Luft, als Marco Reus elf Minuten vor Schluss zu genau Maß nahm und das Ziel um einen halben Meter verfehlte. Auch bei einer Chance von Patrick Herrmann "roch" es nach dem verdienten Ausgleich.

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