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Noch schweigt der Gladbacher Marco Reus zu seiner Zukunft. Foto: Marius Becker

Noch schweigt der Gladbacher Marco Reus zu seiner Zukunft. Foto: Marius Becker

dpa

Noch schweigt der Gladbacher Marco Reus zu seiner Zukunft. Foto: Marius Becker

Mönchengladbach (dpa) - Die Spekulationen über die Zukunft von Nationalspieler Marco Reus werden auch nach der Winterpause die Fußball-Bundesliga in Atem halten. Gewinnt der FC Bayern München das Rennen um den Ausnahmeprofi von Borussia Mönchengladbach oder Borussia Dortmund?

Der Rekordmeister von der Isar wirbt offensiv um den 22-Jährigen, der BVB operiert aus der Deckung. «Zu Namen von Spielern, die noch bei anderen Vereine unter Vertrag stehen, äußern wir uns nicht», sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl, der in weiser Voraussicht den Vertrag mit dem spielstarken «Juwel» vor dem Wechseltrubel vorzeitig bis 2015 verlängerte, erklärte inzwischen auch immer unwirscher: «Ich habe keine Lust, das Thema ständig zu kommentieren. Es gibt keinen neuen Stand.»

Der 2009 vom damaligen Zweitligisten Rot-Weiß Ahlen für rund eine Million Euro zu Borussia an den Niederrhein gewechselte Reus dürfte wohl im Sommer dem Lockruf des großen Geldes folgen. 18 Millionen Euro soll Gladbach bei einem vorzeitigen Transfer erlösen können. Für den FC Bayern ist so ein Batzen Geld kein Thema. «Grundsätzlich kann man eines sagen: Wenn der FC Bayern München einen Spieler verpflichten will, dann wird er ihn auch verpflichten», sagte Münchens Manager Christian Nerlinger selbstbewusst. «Da spielen zwei, drei oder vier Millionen in der Ablösesumme keine Rolle.»

Nicht so locker sitzen die Moneten bei den einst von der Insolvenz bedrohten Dortmundern. «Unsere klare Maxime, dass wir keine wirtschaftlichen Risiken eingehen, besitzt weiter Gültigkeit», betonte BVB-Sportdirektor Michael Zorc, fügte aber vielsagend hinzu: «Es gibt auch keine Dogmen.» Schließlich denkt BVB-Torjäger Lucas Barrios offen über einen Wechsel nach. Der Revierclub scheint nicht abgeneigt, den vor zwei Jahren für 4,2 Millionen Euro verpflichteten Paraguayer zu verkaufen. Bei einem taxierten Kaufpreis von 12 Millionen Euro wäre ein Engagement von Reus keine Utopie mehr.

Reus wolle, so berichtete jüngst die «Süddeutsche Zeitung» einer «verlässlichen Quelle» zur Folge, in der Winterpause mit seiner Familie beraten, wohin die Reise gehen könnte. Für Dortmund spricht, dass er dort geboren wurde und seine Freundin dort wohnt. Allerdings hat der BVB ihn in der Jugend als nicht tauglich eingestuft und ausgemustert.

Der FC Bayern ist die beste Fußball-Adresse in Deutschland, bei der man aber auch versauern kann. Spieler wie Jan Schlaudraff, Lukas Podolski oder Alexander Baumjohann wurden in München nicht froh, wo in Arjen Robben, Thomas Müller oder Toni Kroos zudem starke Konkurrenten warten würden.

Borussia Mönchengladbach hat die Hoffnung darauf, dass Reus - der schon zehn Tore in der Bundesliga-Hinrunde erzielte - doch über das Saisonende hinaus bleiben könnte, nicht aufgegeben. Die jungen Profis um Reus würden merken, dass beim Überraschungs-Tabellenvierten etwas entsteht, argumentiert Rainer Bonhof. «Dieses Wohlfühl-Gefühl wollen wir bei allen Spielern so lange wie möglich aufrechterhalten, natürlich auch bei Marco», sagte Borussias Vizepräsident.

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