Der Mönchengladbacher hat in einem unbedeutenden Test einen bedeutenden Schritt nach vorn gemacht.

Deutschland - USA
Patrick Herrmann im Zweikampf mit Michael Bradley.

Patrick Herrmann im Zweikampf mit Michael Bradley.

Maja Hitij

Patrick Herrmann im Zweikampf mit Michael Bradley.

Köln. Wenn Patrick Herrmann grinst, dann kann das gewaltig aussehen. Und so war es dann auch. Herrmann strahlte in den Katakomben des Kölner Stadions. Immer sympathisch, immer auch in dem Wissen, gerade in seinem ersten Nationalelf-Einsatz als 75. Debütant der Ära Löw mit 1:2 gegen die USA verloren zu haben.

Aber eben dabei auch der Lichtblick im deutschen Team gewesen zu sein. Kurzum: Viel hat der Mönchengladbacher Profi nicht falsch gemacht, eher fast alles richtig. Von Beginn an. 72 Minuten. „Ich wäre schon über ein paar Minuten glücklich gewesen“, sagte Herrmann. „Es hat riesig Spaß gemacht mit so grandiosen Fußballern auf dem Platz zu stehen. Ich bin überglücklich.“Und dann grinste er wieder.

Er spielte, als sei er ewig dabei, bereitete das Tor von Mario Götze vor und ließ die physisch starken US-Amerikaner bisweilen wie Fahnenstangen stehen. Es wurde auch Zeit: Schon im März 2013 hatte Löw Herrmann nominiert, ihn gegen Kasachstan dann aber nicht eingesetzt – fortan geriet dessen Karriere ins Stocken.

Jetzt aber scheint auch Löw zu wissen, warum der gebürtige Saarbrücker (er begann beim FC Uchtelfangen) wiederkommen darf – und wohl auch gegen Gibraltar morgen (20.45 Uhr/RTL) in der Anfangsformation stehen wird. „Ich war zufrieden mit ihm. Wir haben schnell umgeschaltet nach Ballgewinn, auch Patrick. Den Ball schnell mitgenommen, Druck auf den Abwehrspieler ausgeübt, er hatte fast bei jeder Situation Zug zum Tor“, sagte Löw, der nicht schwärmte, aber aufzeigte, warum Herrmann eine gute Wahl ist, wenn der deutsche Auftritt vom Ballbesitzspiel in überfallartiges Kontern variieren soll. Löw will das so, Herrmann spielte ihm in die Karten. „So unbeschwert wie in der Liga“ – darum habe ihn der Trainer gebeten. „Man hat gesehen, welche Fähigkeiten er hat, wie schnell er am Ball ist“, sagte Bastian Schweinsteiger.

Und Herrmann? Freute sich spätestens um 3 Uhr in der Nacht, kurz vor dem verspäteten Einschlafen, dass er den bereits gebuchten Urlaub verlegt hatte. Und stattdessen Zusatzeinheiten im Borussia Park mit Physio- und Rehatrainer Andreas Bluhm absolvierte, der wiederum seinen Urlaub unterbrochen hat – für Herrmann. Und dessen nächsten Karriereschritt.

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