Kyriakos Papadopoulos (l) nimmt seine Spieler nach der Niederlage des HSV im Pokal in die Pflicht. Foto: Hendrik Schmidt
Kyriakos Papadopoulos (l) nimmt seine Spieler nach der Niederlage des HSV im Pokal in die Pflicht. Foto: Hendrik Schmidt

Kyriakos Papadopoulos (l) nimmt seine Spieler nach der Niederlage des HSV im Pokal in die Pflicht. Foto: Hendrik Schmidt

dpa

Kyriakos Papadopoulos (l) nimmt seine Spieler nach der Niederlage des HSV im Pokal in die Pflicht. Foto: Hendrik Schmidt

Hamburg (dpa) - Der Traum vom DFB-Pokal-Halbfinale war gerade vorbei, da nahm Rückkehrer Kyriakos Papadopoulos seine Teamkollegen vom Hamburger SV im Mannschaftskreis in die Pflicht.

«Das nächste Mal komme ich in den Kreis, und wir haben gewonnen!», schrie der bullige Fußballer noch auf dem Spielfeld - mit geballten Fäusten und entschlossener Miene. «Papa» fasste zusammen, was neben der Enttäuschung fast alle im Hamburger Kader empfanden: Stolz auf eine Leistung, die am Ende nicht belohnt wurde, und Trotz, es den nächsten Gegnern mit neu erwachtem Kampfgeist zeigen zu wollen.

In einem niveauvollen Pokal-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach kam der Anschlusstreffer von Bobby Wood in der Nachspielzeit zu spät, die Gladbacher siegten dank zweier Elfmetertore 2:1 (0:0). «Sie haben uns wirklich vor Probleme gestellt. In der ersten halben Stunde war der HSV die klar bessere Mannschaft», sagte der Gladbacher Trainer Dieter Hecking und honorierte die Leistung der Hamburger nur wenige Tage nach dem 0:8 in München.

Schon während des Spiels hatte Papadopoulos immer wieder die Faust geballt: Weitermachen, vorwärts, lautete die Botschaft an die Kollegen. Zwar zeigte sich das gesamte Team gewillt, an die fast manische Entschlossenheit des griechischen Nationalspielers reichte jedoch niemand heran. «Gladbach kommt in zwei Wochen wieder, dann wollen wir sie putzen!», kündigte Papadopoulos an.

«Er ist genau so, wie das gestern rüberkam nach dem Spiel», sagte Sportchef Jens Todt am Donnerstag. «Ich glaube, dass Papa sich hier wahnsinnig wohlfühlt.» Es ist kein Geheimnis, dass der HSV den von Bayer Leverkusen ausgeliehenen Innenverteidiger über den Sommer hinaus halten will. Doch das könnte teuer werden.

Ähnlich wie der extrovertierte Grieche äußerte sich auch Trainer Markus Gisdol: «Wir waren ganz nah dran, sie heute zu packen. Auf einem ähnlichen Weg müssen wir bleiben, dann punkten wir auch wieder in der Bundesliga.»

In Hertha BSC wartet am Sonntag der Tabellenfünfte auf die Hamburger, die auf dem Relegationsplatz stehen - zwei Punkte hinter Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg. Hoffnungsvoll stimmt die Hanseaten neben der Rückkehr von Papadopoulos und Wood, dass nun gegen Berlin und anschließend gegen Gladbach zwei Heimspiele anstehen.

Die Fans stehen geschlossen hinter dem Club und feierten ihre Mannschaft nach dem Pokal-Aus noch minutenlang mit Gesängen. «Ihr als Team sollt wissen, dass uns das alles egal ist, solange wir Euch kämpfen sehen. Solange wir wissen, dass auch Ihr Euer Bestes gebt», schrieben sie in einem Offenen Brief, der in der Kabine vorgelesen wurde. Das Vertrauen sei gegenseitig, sagte Gisdol über die Fans: «Wir werden jetzt jeden Einzelnen brauchen. Es werden harte drei Monate.» Die Zeichen stehen auf Abstiegskampf, aber Hamburg ist kampfeslustig.

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