Raffael
In der 49. Minute scheidet Raffel verletzt aus. Die Fohlen sind ab da offensiv merklich geschwächt.

In der 49. Minute scheidet Raffel verletzt aus. Die Fohlen sind ab da offensiv merklich geschwächt.

Marius Becker

In der 49. Minute scheidet Raffel verletzt aus. Die Fohlen sind ab da offensiv merklich geschwächt.

Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach hat in der Fußball-Champions-League am zweiten Spieltag der Gruppe C die zweite Niederlage hinnehmen müssen. Die Mannschaft von Trainer André Schubert unterliegt im heimischen Borussia-Park trotz einer zeitweise couragierten Vorstellung dem Starensemble des FC Barcelona mit 1:2 (1:0). Hazard hatte den VfL zunächst in Führung gebracht, Turan und Piqué drehten mit ihren Treffern die Partie.

Damit haben die Fohlen kaum noch Chancen, sich für die K.o.-Runde in der Königklasse zu qualifizieren. Vielmehr dürfte es nun darauf ankommen, sich in den direkten Duellen gegen Celtic Glasgow Platz drei in der Gruppe und somit das Überwintern in der Europa League zu sichern. Bereits am Sonntag hat Mönchengladbach ein weiteres schweres Duell in der Bundesliga vor der Brust. Dann geht es zum West-Klassiker beim FC Schalke 04.

Der Moment des Spiels

Als Borussia in der 34. Spielminute nach einem sehenswerten Konter über die Stationen Raffael, Dahoud und Hazard in Führung geht gegen Barcelona brechen in der Gladbacher Arena alle (Emotions-) Dämme. Ein Jubelorkan fegt durch die Betonschüssel. Ohrenbetäubend. Was für eine Stimmung. Europapokalabende unter Flutlicht sind allein wegen solcher Momente immer wieder etwas Besonderes.

Der Spieler des Spiels

Dieser Titel geht aus Gladbacher Sicht an den Brasilianer Raffael. Bis zu seiner Auswechslung wegen eines Muskelfaserrisses ist Borussias Offensiv-Genie die personifizierte Spielfreude. Bringt mit seiner Extraklasse selbst Barcelona in Verlegenheit. „Raffael macht den Unterschied“, sagt später Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. Der Ausfall des „Maestros“ wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel schwächt Borussia in diesem Duell so sehr, dass in der Offensive im Anschluss nicht mehr viel gelingen mag.

Der Aufreger des Spiels

Bereits nach drei Minuten fragen sich tausende Gladbacher Fans entsetzt: Warum entscheidet Schiedsrichter Damir Skomina nicht auf Handelfmeter zu Gunsten von Borussia? Das ist geschehen. Eine Hereingabe von Hazard in den Strafraum klärt Barcelonas Innenverteidiger Piqué – allerdings mit der Hand. Der Arm ist nicht angelegt. Damit verhindert der Spanier eine Torchance. Er vergrößert die Körperfläche. Dies ist selbst ohne Zeitlupe zu erkennen. Das Regelwerk ist da recht eindeutig. Weiterspielen, so jedoch der Unparteiische. Barcelona darf durchatmen.

Barcelona beginnt behäbig. Gladbach nicht. Die Spanier haben Dusel, dass Schiedsrichter Damir Skomina in der 3. Spielminute ein Handspiel von Piqué übersieht. Im Anschluss kommen die Katalanen allmählich ins Rollen. Pass von Neymar in die Tiefe auf den freien Suarez, der will noch einmal zu Paco Alcáer ablegen. Korb ist jedoch wach und klärt vor der Linie. Erleichterung im Borussia-Park. Zwei Minuten später: Distanz-Schuss von Rakitic, der Ball kommt für Yann Sommer ganz unangenehm. In letzter Sekunde lenkt er das Spielgerät noch um den Pfosten. Kurz darauf gleicht der Borussia-Park einem Tollhaus. Konter der Fohlen. Raffael auf Dahoud, der legt in die Mitte auf Hazard. Borussia führt 1:0. Neymar, Iniesta und Suarez reagieren. Gegenschlag. Rakitic lupft auf Suarez, der zieht volley ab. Doch Sommer verhindert den Ausgleich. Pause. Durchschnaufen am Niederrhein.

Durchgang zwei beginnt jedoch gleich mit einem Schock für Borussia: Raffael muss nach vier Minuten verletzt (Muskelfaserriss) raus. Die Fohlen sind offensiv merklich geschwächt. Barcelona drückt. Gladbach ist in der eigenen Hälfte wie festgenagelt. Und leitet durch einen Fehler von Hazard den Ausgleich ein. Der kurz zuvor eingewechselte Arda Turan setzt sich nach Neymar-Pass im Strafraum gegen Wendt und Elvedi durch, schießt den Ball aus spitzem Winkel unter die Latte. 1:1. Gladbach nun angezählt. Das nutzt Barca aus. Suarez zieht nach einer Neymar-Ecke von der Strafraumgrenze ab, Keeper Sommer, sonst so sicher, klatscht schwach ab und Pique staubt ab zum 2:1.

Und die Fohlen? Haben noch einmal durch Johnson eine Chance, der wird allerdings gestoppt. Dann ist Schluss. Dennoch donnernder Applaus von den Fans für die unterlegenen Borussen.

Stimmen zum Spiel

André Schubert (Trainer Borussia Mönchengladbach): „Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir hatten uns vor dem Spiel vorgenommen, mitzuspielen, zu versuchen Akzente zu setzen und mutig nach vorne zu spielen – das ist uns gut gelungen. Aber natürlich sind wir enttäuscht, dass wir verloren haben. Wir sind enttäuscht über das Ergebnis, aber erfreut über die Leistung der Mannschaft.“

Luis Enrique (Trainer FC Barcelona): „Ich bin sehr zufrieden mit der Vorstellung meiner Mannschaft. Wir haben mit Borussia gegen eine Mannschaft gespielt, die seit zehn Spielen zu Hause ungeschlagen war und nach vorne sehr viel Druck macht. In der ersten Halbzeit hatten wir drei, vier gute Torchancen, die wir aber nicht genutzt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir uns mehr Ballbesitz erarbeitet. Der Sieg ist letztendlich verdient.“

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