Ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub Freiburg avanciert der algerische Nationalspieler zur tragischen Figur. Borussia muss sich mit Remis begnügen.

Karim Matmour, nachdem er die Chance zum 2:1 vergeben hat. (Kruck)
Karim Matmour, nachdem er die Chance zum 2:1 vergeben hat. (Kruck)

Karim Matmour, nachdem er die Chance zum 2:1 vergeben hat. (Kruck)

Karim Matmour, nachdem er die Chance zum 2:1 vergeben hat. (Kruck)

Mönchengladbach. Karim Matmours Markenzeichen fernab des Fußballplatzes ist sein sympathisches, ja fast immerwährendes Lächeln. Der Offensivspieler in den Reihen von Bundesligist Borussia Mönchengladbach ist der Typ "Gute-Laune-Bär", ein Tag ohne Lachen gilt auch für Matmour als ein verlorener Tag.

Fast nie präsentiert sich der algerische Nationalspieler - für seine Verhältnisse - den Medien gegenüber so zerknirscht und niedergeschlagen wie am vergangenen Samstag nach dem 1:1 gegen den SC Freiburg.

Matmour drischt die Vorlage von Friend überhastet neben das Tor

"Es tut mir leid, das ist schade für die Mannschaft. Den Ball hätte ich reinmachen müssen. Das ärgert mich ungemein", sagte Matmour und blickte dabei mit ziemlich traurigen und schuldbewussten Augen in die Runde der Journalisten - die tröstende Umarmung blieb allerdings aus.

Ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Klub war Matmour zur tragischen Figur avanciert, als er in der 79. Minute eine mustergültige Vorlage des Sturmkollegen Rob Friend nicht verwerten konnte und freistehend die Kugel aus zehn Metern völlig überhastet neben den linken Pfosten gedroschen hatte. "Der Ball ist mir leider bei der Annahme etwas zu weit nach vorne gesprungen. Das darf nicht passieren", lautete Matmours Erklärungsversuch.

VfL-Cheftrainer Michael Frontzeck hatte diese Szene auf jeden Fall für einen kurzen Augenblick in Wut und Rage am Spielfeldrand versetzt. "Den Ball muss er nur auf das Tor bringen, dann ist der drin", so der 45-Jährige später. Matmours Fauxpas war aber nicht die einzige Großchance, die Borussias Stürmer in einer eher mittelprächtigen Partie gegen geschickt verteidigende Freiburger ungenutzt ließen.

Borussias Flügelflitzer Marco Reus hat sich beim 1:1 gegen den SC Freiburg eine Innenbanddehnung zugezogen. Der 20-Jährige biss während der Partie zwar auf die Zähne und spielte durch, musste aber direkt im Anschluss behandelt werden. Am Sonntag konnte Reus nicht am Auslaufen im Borussia-Park teilnehmen, sagte daher auch für das U21-Länderspiel am Dienstag gegen Island ab. Sportdirektor Max Eberl: "Schade für Marco, denn die Nominierung war eine Auszeichnung für seine zuletzt guten Leistungen. Jetzt werden wir alles versuchen, ihn so schnell wie möglich fit zu bekommen." Auch Filip Daems war gestern noch angeschlagen, der Kapitän hatte im Spiel einen Schlag auf den Fuß bekommen, dürfte aber zum Trainingsauftakt am Dienstag wieder fit sein.

Mal rettete Freiburgs Schlussmann Simon Pouplin mit einer sensationellen Parade gegen Bobadilla (49.), oder Colautti fehlte schlichtweg der für einen Stürmer unerlässliche Killerinstinkt (26.). Den bewies stattdessen erneut Roel Brouwers, als der Innenverteidiger per Kopf (72.) seinen sechsten Saisontreffer markierte und somit die schmeichelhafte Gäste-Führung durch Cisse (56.) egalisierte.

"Die Flanke von Juan Arango war super, ich stand ganz frei - und da hab’ ich ihn einfach reingeköpft", sagte Brouwers und ergänzte: "Wir haben die Chancen nicht genutzt, Freiburg aus dem Nichts ein Tor erzielt. Da muss man am Ende auch mal mit einem 1:1 zufrieden sein." Das mag der eine oder andere Zuschauer auf dem Heimweg angesichts der Borussen-Dominanz zwar nicht gewesen sein, dem Saisonziel vorzeitiger Klassenerhalt ist die Frontzeck-Elf mit nun 30 Punkten aber ein weiteres Stück näher gekommen.

"Jetzt geht es nach Dortmund, dort freuen wir uns auf ein wunderschönes Spiel vor 80.000 und wollen unsere spielerische Qualität zeigen. Wir werden mit viel Kampf gegen einen starken BVB auftreten", sagte Sportdirektor Max Eberl. Wer weiß, vielleicht lächelt dann auch Karim Matmour wieder.

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