Martin Hinteregger
Martin Hinteregger kam auf Leihbasis von Red Bull Salzburg nach Mönchengladbach.

Martin Hinteregger kam auf Leihbasis von Red Bull Salzburg nach Mönchengladbach.

dpa

Martin Hinteregger kam auf Leihbasis von Red Bull Salzburg nach Mönchengladbach.

Mönchengladbach. Rund zehn Millionen Euro wollte Red Bull Salzburg für das 23 Jahre alte Salzburger Eigengewächs Martin Hinteregger noch vor wenigen Tagen haben. Geld, das Borussia Mönchengladbach wie auch der VfB Stuttgart in diesem Winter nicht zahlen wollten.

Stattdessen hat Gladbachs Manager Max Eberl mit Hintereggers Heimatverein hart verhandelt und eine Leihe bis zum Sommer dieses Jahres rausgeschlagen – mit der Option, den österreichischen Innenverteidiger fest zu verpflichten, wenn der überzeugen kann. „Wichtig ist, dass ich jetzt gute Spiele mache“, sagte Hinteregger bei seiner Vorstellung im Gladbacher Trainingslager in Beleg. Hinteregger agiert auf Probe.

Der Linksfuß wird seine Chancen bekommen: Weil Gladbach in der Innenverteidigung die alternden Martin Stranzl (35) und Roel Boruwers (34) oder die derzeit verletzten Tony Jantschke und Alvaro Dominguez im Kader führt. „Wir wollten unserem Trainer eine Qualität für eine gute Rückrunde geben, mit der man arbeiten kann“, sagte Eberl, der die Karriere Hintereggers „seit sieben Jahren verfolgt“ und überzeugt ist von dem zehnfachen österreichischen Nationalspieler, der mehr als 200 Spiele für Red Bull Salzburg gemacht hat. „Er hat auf hohem Niveau gespielt. Jetzt ist die Bundesliga der nächste Schritt“, sagte Eberl.

Hinteregger wollte nach Gladbach – und nicht nach Stuttgart. In Salzburg wollte er nicht bleiben. Trotz „fünf wunderschöner Jahre“ bei den „Bullen", gab es zuletzt Probleme zwischen dem Kärntner und dem erst vor einem Monat in Salzburg entlassenen Trainer Peter Zeidler. Verletzungen, wenige Einsätze - das passte Hinteregger nicht, dem ein loses Mundwerk nachgesagt wird. „Ich hab einige Male meine Pappen aufgerissen, wie man bei uns sagt“, formuliert er.

Vor vier Jahren machte Ex-Trainer Ricardo Moniz aus dem blonden Defensivmann im Alter von 19 Jahren einen Kapitän, entließ ihn aber wieder aus dem Amt, als der wenig später zu lang das Nachtleben erforschte. „Früher war ich jung und dumm“, sagte Hinteregger in Belek, wo er ein Zimmer mit Landsmann Martin Stranzl bewohnt. Daraus habe er gelernt. Jetzt will er auch von Stranzl lernen. Und seine Freundin, die als Lehrerin noch ein halbes Jahr in Österreich arbeiten wird, nachholen, „wenn es hier klappt“.

Dass er zu Gladbach passt, davon ist der Hobby-Jäger überzeugt. Seine Stärken kommen Trainer André Schubert entgegen, weil Schubert „hoch“ verteidigen will – und Hinteregger auch mal ein Eins-gegen-Eins-Duell in Not zugetraut werden kann. Hinteregger selbst sagt: „Meine Spieleröffnung ist sehr gut, ich habe ein sehr gutes Stellungsspiel und bin sehr zweikampfstark.“ Selbstbewusst. Den Hebel ansetzen will er in Sachen körperlicher Fitness und offensiver Stärke: in 16635 Spielminuten für Salzburg gelangen „nur“ zwölf Tore.

Ob Hinteregger eine Kurzgeschichte wird oder eine Ära mitprägt, ist noch offen. Teamkollege Havard Nordtveit ist das zweite Fragezeichen im Gladbach-Kader: Bei dessen Berater Jim Solbakken ist das Interesse einiger englischer Clubs hinterlegt, Nordtveits Vertrag läuft im Sommer aus. „Wir werden alles daran setzen, dass Havard bleibt“, sagte Eberl in Belek, gestand aber auch, finanziell nicht mit allem mithalten zu können. „Das ist die Entscheidung des Spielers, die müssen wir jetzt ein Stück weit abwarten.“

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