Gladbachs Fans pfeifen die eigene Mannschaft aus. Erst das Tor von de Jong versöhnt die enttäuschten Anhänger ein wenig.

Borussia Mönchengladbach-SpVgg Greuther Fürth
Der Mönchengladbacher Torschütze Luuk de Jong jubelt.

Der Mönchengladbacher Torschütze Luuk de Jong jubelt.

Roland Weihrauch (dpa)

Der Mönchengladbacher Torschütze Luuk de Jong jubelt.

Mönchengladbach. Tony Jantschke sagte das, was wohl viele im Borussia-Park gedacht hatten. „Wenn wir gegen das Schlusslicht verloren hätten, wäre hier die Hölle los gewesen. Es war ein dreckiger Sieg“, sagte Gladbachs Verteidiger nach dem 1:0 gegen Greuther Fürth. Quälend lange 74 Minuten hatte es gedauert, bis Luuk de Jong nach Vorlage von Oscar Wendt die Führung erzielt und das Publikum besänftigt hatte. Die Zuschauer waren nach der Kritik unter der Woche von Gladbachs Vize-Präsident Rainer Bonhof („Zu wenig Kampf, mehr Mut und Cleverness“) mit der Hoffnung auf Besserung ins Stadion gekommen – und wurden enttäuscht. Denn die Mannschaft von Trainer Lucien Favre fand nur schwer ihren Rhythmus. Die Gäste hingegen spielten frech auf. 20 Schüsse aufs Gladbacher Tor durfte das offensivschwächste Team der Liga abgeben, 16 Flanken in den Strafraum schlagen. Bei zwei Schüssen von Edgar Prib retteten Innenverteidiger Alvaro Dominguez (69.) und Torhüter Marc-André ter Stegen (77.) in höchster Not.

Im Zwist mit den Zuschauern zeigt Oscar Wendt den Fans die Faust

Die Folge waren Pfiffe der Zuschauer. „Unverschämt“ fand das ter Stegen. Linksverteidiger Oscar Wendt ließ sich sogar dazu verleiten, den Zuschauern wütend seine Faust zu zeigen, wurde danach bei jeder Ballberührung ausgepfiffen. „Wir mussten gegen den Tabellenletzten unbedingt gewinnen. Und wenn es nicht läuft, lässt man sich leichter provozieren. Es war ein großer Fehler von mir“, sagte der Schwede später entschuldigend. Dank des sechsten Saisontreffers von Luuk de Jong durften die Fans nach dem Spiel doch noch feiern. „So ist Fußball manchmal. Man kann nicht immer schön spielen“, sagte der Niederländer. Immer wieder waren ihm Bälle versprungen oder er scheiterte freistehend an Torhüter Hesl. Doch dann war der Torjäger zur Stelle, besorgte wie schon bei den 1:0-Erfolgen in Frankfurt und gegen Hannover das Tor. „Wir haben 41 Punkte nach 28 Spieltagen. Das ist gut“, sagte Trainer Lucien Favre.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer