Neustart 2013: Auf ihm lastet die Bürde, Borussias Rekordeinkauf zu sein. Jetzt will es Luuk de Jong allen Zweiflern zeigen.

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Luuk de Jong feiert nach dem 3:0-Sieg gegen Fenerbahce, zu dem er einen Treffer beisteuerte.

Luuk de Jong feiert nach dem 3:0-Sieg gegen Fenerbahce, zu dem er einen Treffer beisteuerte.

dpa

Luuk de Jong feiert nach dem 3:0-Sieg gegen Fenerbahce, zu dem er einen Treffer beisteuerte.

Mönchengladbach. Rekordeinkauf. Ein Wort, das Luuk de Jong schon etliche Male gehört hat, seit er im vergangenen Juli den Sprung aus der niederländischen „Eredivisie“ in die Fußball-Bundesliga gewagt hat. Vom FC Twente zu Borussia Mönchengladbach – für rund zwölf Millionen Euro Ablöse. Solch eine Transfer-Summe hatten die Macher bei Borussia zuvor noch nie investiert. „Das ist eine Menge Geld. Der Druck ist da, aber ich werde jeden Tag hart arbeiten und alles für den Klub geben“, sagt Nationalspieler de Jong bei seiner Vorstellung.

Die Erwartungen sind am Anfang zu hoch für den 23-Jährigen

Die hohen Erwartungen im Umfeld des Clubs kann der junge Stürmer (23) auf Anhieb jedoch nicht erfüllen. Erst einmal muss er einen Rückschlag verkraften. Ausgerechnet im entscheidenden Duell der Champions-League-Qualifikation unterläuft ihm im Hinspiel gegen Dynamo Kiew per Eigentor ein schlimmer Fauxpas. „Das war ganz bitter“, sagt de Jong später.

Die Fohlen verpassen schließlich die Gruppenphase, treten stattdessen „nur“ in der Europa League an. Nicht nur dort zeigt de Jong jedoch, dass er das Zeug zum Klassestürmer hat. Allmählich kommt er in Fahrt, trifft in der Liga und im Europapokal – bis ihn Ende Oktober ein übler Stollen-Tritt von Marseilles Joey Barton wochenlang außer Gefecht setzt. Wegen einer offenen Kapselverletzung muss de Jong mitten in Borussias und seiner persönlichen Aufschwungphase am Knie operiert werden. „Mir war klar, dass ich nach meinem Wechsel etwas Zeit brauchen würde, um mich an den neuen Klub und die Liga zu gewöhnen. Deshalb ist es umso ärgerlicher gewesen, dass mich die Verletzung so zurückgeworfen hat“, sagt de Jong.

Er quält sich durch das Reha-Training, um Anfang Dezember ein vielversprechendes Comeback feiern zu können. In Istanbul wird er in der Schlussphase eingewechselt und steuert prompt einen Treffer zum 3:0-Triumph über Fenerbahce bei. Ein sehr schöner Augenblick sei das gewesen, gesteht de Jong.

Ebenso der tolle Abschied, der ihm wenige Tage vor der Istanbul-Partie sein Ex-Klub Enschede bereitet hatte. Für de Jong wurde in der Twente-Arena vor einem Meisterschaftsspiel der rote Teppich auf dem Rasen ausgelegt. Von Twente-Präsident Präsident Joop Munsterman gab es via Stadion-Mikro lobende Worte, zig Tausende Holländer feierten ihren ehemaligen Angreifer mit Sprechchören und tosendem Applaus. „So etwas geht unter die Haut“, sagt de Jong, der sich nun im neuen Jahr 2013 mit möglichst vielen Toren bei den VfL-Treuen einen ähnlichen Stellenwert wie in seinem Heimatland erarbeiten will. Er wisse, was er könne, habe sich inzwischen gut eingelebt bei den Fohlen, sagt de Jong.

De Jong hat gelernt, mit dem Druck umzugehen

Er wurde am 27. August 1990 in Aigle, Schweiz, geboren und zog als Vierjähriger mit seinen niederländischen Eltern in deren Heimat. Der Stürmer spielte als Kind beim Doetinchemer Verein DZC’68. Mit zehn Jahren wechselte er zu De Graafschap, wo er im April 2008 seinen ersten Profivertrag unterschrieb.

Im Sommer kam er vom FC Twente zum VfL – für zwölf Millionen Euro.

In Meerbusch hat er ein schmuckes Haus gefunden, gegenüber wohnt Ex-Formel 1-Star Heinz-Harald Frentzen. Dass er nun ähnlich Vollgas geben sollte wie einst sein prominenter Nachbar, um den Durchbruch in Gladbach zu schaffen, ist de Jong bewusst. Er weiß, mit dem Druck umzugehen. „Wenn du als Nachfolger von Marco Reus, dem bestem Fußballer der Bundesliga, geholt wirst, dann sind die Erwartungen hoch. Es ist wichtig, dass du dich dann nicht selbst verrückt machst und ruhig bleibst, wenn es nicht auf Anhieb so läuft, wie man sich das wünscht“, sagt de Jong. Es helfe ihm sehr, dass er volles Vertrauen vom Klub und dem Trainer verspüre. „Sie stehen hinter mir.“

Und hoffen natürlich, dass ihre Rekordinvestition sich in 2013 peu á peu amortisiert.

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